Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Helge in seinem Kieler WG-Zimmer: Neben dem Slammen studiert er Volkskunde und Germanistik. Foto: Jennifer Ruske

Die Bühne ist Helges Welt. Selbst in der Green Mill Lounge in Chicago, wo der Poetry Slam erfunden wurde, trug er schon seinen Text von den Friesen vor. Foto: C. Greiss

Die richtigen Worte zu finden: Das ist die liebste Beschäftigung von Helge Albrecht. Der 26-Jährige ist Poetry Slammer. Seit rund sechs Jahren bringt er mit seinen hoch- und plattdeutschen Texten das Publikum in Deutschland,der Schweiz und Österreich zum Lachen und Nachdenken – und das ganz schön erfolgreich.

Ein Megafon, ein Paar Hanteln und eine Filmklappe: Das sind die Siegprämien, die Helge bei diversen Text-Wettbewerben gewonnen hat – und die inzwischen auf der Fensterbank in seiner Kieler WG vor sich hin stauben. "Reich wird man mit dem Slammen nicht", sagt Helge mit einem Lachen. Aber darum geht es dem 26-Jährigen auch nicht.Für den Studenten (Volkskunde und Germanistik) sind der Reiz am Spiel mit der Sprache, der Aufbau der Geschichte und nicht zuletzt die Reaktionen des Publikums auf die selbst geschriebenen Texte wichtiger.

Kurz gesagt: Poetry Slammen macht ihm einfach Spaß. Und das hört man in jeder Zeile. "Man muss für dieses Hobby allerdings auch ein wenig verrückt sein", erklärt Helge. Wie sonst ließe sich die Fünfstundenfahrt mit der Bahn nach Greifswald(plus ebenso langer Rückreise) erklären, die er auf sich nahm, um nach 5 min auf der Bühne aus dem Dichterwettstreit rauszufliegen? "Die Party danach war allerdings klasse", grinst der junge Mann mit den verstrubbelten Haaren noch ein bisschen müde. Erst kurz vor dem Interviewtermin hat er es nach Hause geschafft.

Notizbuch immer dabei Auch wenn die Bahnreise anstrengend war, so hat sie ihm durch die Gespräche der Mitreisenden wieder etliche Inspirationen für neue Texte geliefert. "Ich habe mein Notizbuch immer dabei." Egal ob im Supermarkt, beim Kaffeetrinken in der Innenstadt oder bei Besuchen in seinem Heimatdorf Dannewerk bei Schleswig: Helge schaut seinen Mitmenschen auf den Mund- und hält die kuriosesten Sprüche, Begebenheiten und Eindrücke fest. "Irgendwann entsteht daraus eine Textidee", erzählt er.

Meistens, wenn er mit seinem Motorrad unterwegs ist, unter der Dusche steht oder kurz vor dem Einschlafen ist. Stift und Block liegen deshalb auch immer direkt neben dem Bett. "Kürzlich habe ich mitten in der Nacht etwas notiert, etwas unglaublich Wichtiges", erzählt der junge Mann und seufzt. "Ich kann nur meine Schrift nicht mehr entziffern!" Das ist Künstlerpech.

Doch wie kommt man eigentlich dazu, Gedichte und Texte zu verfassen? "Das habe ich wohl meiner Oma Hilda zu verdanken", überlegt Helge. Die hatte seinen zwei Schwestern und ihm keine Gutenachtgeschichten vorgelesen, sondern vorm Einschlafen Gedichte auf Hoch- und Plattdeutsch aufgesagt. "Sie konnte unglaublich viele auswendig." Erste Bühnenluft schnupperte der Drummer und Akkordeonspieler dann bei Auftritten mit seiner Band "Actionboys" und bei der Schleswiger Speeldeel. Aber so richtig mit dem Virus "Poetry Slam" infiziert hat er sich in der Schule.

"In der Parallelklasse wurde das Thema Poetry Slam behandelt. Diese Form des Dichterwettbewerbs war Anfang der 1990er Jahre aus den USA nach Deutschland geschwappt. "Im Anschluss trafen sich die Schülerin der Pause regelmäßig, um eigene Texte vorzutragen. "Sie haben mich damals gefragt, ob ich mitmachen will", erzählt er. Seitdem hat ihn das Schreiben nicht mehr losgelassen.

Seinen ersten offiziellen Auftritt hatte er in Schleswig bei dem dort erstmals durchgeführten Slam – und den hat der damals 21-Jährige, der mit seinem Jutebeutel voller Texte auf die Bühne kam, gewonnen. Eine kleine Auszeichnung und eine Einladung, es auch auf Kieler Bühnen zu versuchen, waren der Lohndes Auftritts. Dieser ersten Einladung folgten viele weitere. Inzwischen hat Helge seine Geschichten auf verschiedenen Bühnen in Deutschland, in Österreich und der Schweiz gelesen.

Den kompletten Beitrag lest ihr in der Bauernblattausgabe 17/2018 unter der Rubrik "Schättruum" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben

Hinweis zur Nutzung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.