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Die Schwestern Sige Marie (v. li.) und Lienke aus Hägel haben ziemlich unterschiedliche Interessen, aber beide waren schon als AgrarScouts im Einsatz. Fotos. Sabine Voiges

In der Familie Jürgensen werden neue Pläne und Ideen gerne am Kaffeetisch besprochen. Von links: Sünke Hein, Linke, Rutje, Mutter Eike, Sige Marie und Vater Henning.

"Es ist kaum zu glauben, dass Berliner Mädchen in unserem Alter noch nie ein Kalb gesehen haben", erzählen Lienke (17) und Sige Marie Jürgensen (15) immer noch ein wenig belustigt. Im Januar waren sie als AgrarScouts auf der Grünen Woche in Berlin im Einsatz und das mit den Kälbern war nicht die einzige Überraschung für die beiden Schwestern aus Högel bei ihren Gesprächen mit Messebesuchern auf dem Erlebnisbauernhof. Nun sind sie wieder zurück. Schättruum hat sie in Nordfriesland getroffen.

"Für die Besucher, die nicht aus der Landwirtschaft kommen, gibt es augenscheinlich nur den romantischen Bilderbuchbauernhof mit Muh und Mäh oder die fiese Massentierhaltung. Über den modernen landwirtschaftlichen Betrieb wissen die meisten so gut wie nichts", stellt Lienke, die bereits häufiger als Scout unterwegs war, fest. Gerade weil sie das ziemlich verwundert, sei es ihr wichtig, mit den Leuten darüber zu sprechen, und das auf Augenhöhe. "Schließlich wollen wir nicht streiten, sondern mit offenen Gesprächen für ein besseres Verständnis und eine größere Akzeptanz für die moderne Landwirtschaft werben." Deshalb müsse man mit großer Geduld alle Fragen freundlich beantworten, so ihre Erfahrung.

Vorurteile durch sachliche Argumentation zu entkräften, sei nicht immer einfach. "Aber wenn uns das auch nur bei einer Person gelingt, haben wir schon viel gewonnen", sind die Botschafterinnen sich sicher. "Den Kälbern, die auf der Messe standen, waren gerade die Hörner abgenommen worden. Daran haben sich die Leute gerieben. Doch als ich ihnen erklärt habe, dass die Hörner sowohl den Tieren untereinander als auch uns im Umgang mit ihnen gefährlich werden können, wurde das in der Regel akzeptiert", gibt Sige Marie noch ein positives Beispiel.

Mit Dänisch und Friesisch groß geworden

Und sie verrät grinsend, dass sie ihre Eltern, die sich ebenfalls als AgarScouts engagieren, vor der Reise ein kleines bisschen erpresst habe. "Ich wollte erst nicht so gern mit. Da habe ich gesagt, ich fahre nur mit euch nach Berlin, wenn ich mir ein Helix (Piercing an der Ohrmuschel) stechen lassen darf, denn das habe ich mir schon lange gewünscht", erzählt sie grinsend und zeigt stolz ihr neues Schmuckstück.

Das Engagement für die moderne Landwirtschaft teilen die Geschwister aus Überzeugung gleichermaßen. Ebenfalls einig sind sich die "Grenzgängerinnen" darin, dass ihnen die dänischen Schulen besser gefallen als die deutschen Einrichtungen. "Im dänischen Schulsystem geht es stärker um das Miteinander. Es gibt mehr Teamarbeit und alles wird gemütlicher, mit weniger Druck angegangen. Dafür hat man aber deutlich weniger Ferien", berichten sie. Außerdem seien ihnen mit dem Dänischen sowie mit dem Friesischen, das in der Grundschule zum Unterricht gehörte, zwei weitere Sprachen geschenkt worden.

Alle Entscheidungen werden offen besprochen

Wichtig ist den beiden großen Schwestern von Rutje (9) und Sünke Hein (7) auch die Familie, in der Mutter Eike (44) und Vater Henning (49) die Oberhäupter darstellen. "Das Gute an unserem Haufen ist, dass alles offen besprochen und die Entscheidung am Ende von allen mitgetragen wird", bringen es die beiden nicht ohne Stolz auf den Punkt. Doch ansonsten haben die Schwestern durchaus sehr unterschiedliche Interessen.

Ein Jahr an der Efterskole bei Århus

So steht für Lienke, die gerade ein Auslandsjahr in einer dänischen Efterskole bei Århus (direkt übersetzt Nachschule, hat aber nichts mit Nachsitzen, sondern mit Fortbildung nach der Schule zu tun) mit dem Hauptfach Kunst verbringt, bereits fest, dass sie auf keinen Fall etwas mit der praktischen Arbeit auf einem Hof zu tun haben will.

"Ich habe es nicht so mit Tieren und Maschinen sind auch nicht mein Ding. Meine Stärken liegen eher im Umgang mit dem Laptop und den Neuen Medien. Ich könnte mir aber vielleicht vorstellen, die Landwirtschaft später in der Öffentlichkeitsarbeit oder im Marketing zu vertreten", erklärt sie. In ihrer Freizeit treffe sie sich gerne mit Freunden. Außerdem mache es ihr großen Spaß, gemeinsam mit anderen kreative Ideen umzusetzen.

Den kompletten Beitrag lest ihr in der Bauernblattausgabe 8/2018 unter der Rubrik "Schättruum" und im digitalen Bauernblatt.

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