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Viele chronisch kranke Pferde dürfen keinen freien Zugang zu Heu haben. Foto: Karen Diehn

Wenn Heu und Wiese aus gesundheitlichen Gründen für Pferde tabu sind, wird die Unterbringung in einem normalen Stall oft schwierig. Es sei denn, der Betrieb stellt sich auf Vierbeiner mit Spezialanforderungen ein. Wird bei ihrem Vierbeiner die ­Diagnose Hufrehe, Equines Metabolisches Syndrom (EMS) oder chronisch-allergische Bronchitis gestellt, bricht für Pferdebesitzer meist eine Welt zusammen. Ein Todesurteil sind die Krankheiten zwar nicht, in der Regel lassen sich die Symptome aber nur managen, wenn das gesamte Pferdeleben umgekrempelt wird, vor allem in Bezug auf die Haltung und Fütterung.

Rehepatienten dürfen oft nur noch eingeschränkt auf die Weide. Damit ist Dauerweidegang tabu. Ähnlich geht es den EMS-Kranken, die eine strenge Diät einhalten müssen. In diesen Fällen muss meist ebenfalls auf Gras verzichtet und Raufutter streng rationiert werden. Heu ad libitum, wie es häufig vor allem in Offenstallhaltung praktiziert wird, ist für EMS-Patienten keine Option mehr. Bei chronisch-allergischen Hustenpferden rät der Tierarzt meist zu einer staubfreien Haltung und Fütterung, außerdem zu viel frischer Luft. Eine Innenbox mit Stroheinstreu und trockenem Heu würde die Symptome verschlechtern und schlimmstenfalls zur Dämpfigkeit führen. Nicht selten wird deswegen der Umzug in eine Paddockbox oder einen Offenstall, zusammen mit der Umstellung auf bedampftes oder getauchtes Heu, empfohlen.

Mit den Ratschlägen des Tierarztes und der sofortigen Umsetzung beginnt jedoch das Dilemma für betroffene Pferdebesitzer: Sie müssen abwägen, was soll und was geht, immer mit Blick auf das Wohl und die Gesundheit ihres Tieres. Im eigenen Stall wäre mit eigener Arbeitskraft und eigenem Einsatz manches vielleicht noch machbar. Steht der betroffene Vierbeiner aber in einem Pensionsstall, muss dessen Betreiber mitziehen. Und der Versorgungsaufwand für einen Problemfall ist – von der Medikamentengabe über die Anbringung eines Maulkorbes bis hin zur "Heubehandlung" – deutlich höher.

Mitunter sind sogar Umbauten nötig, wenn beispielsweise ein separater Rehe-Paddock angelegt werden müsste, um ein Diätpferd von den Normalfressern zu separieren. Selbst wenn der Patientenbesitzer bereit ist, höhere Kosten für anderes Futter, Einstreu oder mehr Service zu tragen, muss so mancher gewerbliche Pensionsstall abwinken, weil eine derartige Sonderhaltung nicht zu realisieren ist. Ein Stallwechsel ist dann unumgänglich.

Mit der Zahl der chronisch kranken Pferde wächst der Bedarf an Plätzen, die speziellere Stall- und Unterbringungsformen bieten. In Schleswig-Holstein gibt es bereits etliche Betriebe, die sich auf diese Klientel eingestellt haben und ihr Angebot für Pensionsplätze angepasst oder erweitert haben. So ist die Anzahl der sogenannten Allergikerställe, die auf chronisch hustenkranke Patienten ausgerichtet sind, in den vergangenen Jahren merklich gestiegen. Diese Entwicklung ist übrigens nicht nur in den allergikerfreundlichen See- und Küstenregionen zu beobachten. Und auch für die pferdegerechte Haltung von Rehepferden lassen sich Höfe etwas einfallen.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 50/2018 unter der Rubrik "Pferd & Reiter" und im digitalen Bauernblatt.

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