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Der diesjährige Trakehner Siegerhengst heißt Kattenau, stammt ab von Honoré du Soir-Perechlest und wurde in Baden-Württemberg gezogen. Foto: Stefan Lafrentz

Der Trakehner Hengstmarkt ist die Pferdeveranstaltung mit der längsten Tradition in Neumünster. Zum 56. Mal fand die Körung der edlen Preußen in den Holstenhallen statt. Nach vier Tagen mit Pflastermusterung, Freispringen, Freilaufen und Präsentationen an der Hand gab es 13 positive Körurteile. Siegerhengst wurde Kattenau von Honoré du Soir. Der Titel des Reservesiegers ging an den in Schleswig-Holstein gezogenen Instagram von Schwarzgold aus der Zucht von Jörg Bustorff.

Emotionale Momente sind die Zuschauer des Trakehner Hengstmarktes seit Jahren gewöhnt. In diesem Jahr kam noch einmal einer dazu. "Ich kann mich nicht erinnern, dass ein Hengst im Stand so lange und so viel Applaus bekommen hat", sagte Lars Gehrmann, Zuchtleiter des Trakehner Verbandes, nachdem das Publikum den neuen Siegerhengst gefeiert hatte. 

Kattenau von Honoré du Soir aus einer Perechlest-Mutter hatte nur ein bisschen die Ohren gespitzt und sich aufmerksam umgeschaut, als wüsste er genau, wer hier gefeiert wurde. Der braune Hengst stammt aus der Zucht von Kurt und Michael Weippert aus dem baden-württembergischen Pfedelbach. Vater und Sohn waren auch die Aussteller und konnten gar nicht mehr aufhören zu lächeln. Kurt Weippert lag vor zwei Wochen wegen eines kleinen Unfalls im Krankenhaus, dort wurde Bluthochdruck festgestellt. "Dank meiner Tabletten habe ich das Wochenende durchgestanden", erzählte der Züchter, der seit 30 Jahren nach Neumünster kommt und dieses Jahr wohl nie vergessen wird. 

Die Zucht der Weipperts ist minimalistisch: Eine Stute haben die beiden. Vater und Sohn suchen sich jedes Jahr jeweils einen Hengst aus, und dann wird geknobelt. Wie gut das System funktioniert, zeigte sich in diesem Jahr. "Dieser Hengst hat ein hohes Maß an Lebensfreude präsentiert. Er hat drei überdurchschnittlich gute Grundgangarten", resümierte Lars Gehrmann, schränkte dann lediglich ein: "In der körperlichen Reife hat er noch nachzulegen", um gleich weiterzu­schwärmen: "In der Qualität und der Summe der Grundgangarten konnte ihm in diesem Jahr kein Hengst das Wasser reichen. Dieser in der Typprägung und Jugendlichkeit unverfälschte Hengst ist ein echter Sympathikus." 

Das fand auch die Familie Gasser aus Österreich, die den Junghengst später für 270.000 € ersteigerte. Nun wird er auf der Station Galmbacher bei Würzburg (Bayern) zur weiteren Ausbildung ein neues Zuhause bekommen. Dass er auch sportlich gefördert wird, dürfte nicht nur die Trakehnergemeinde freuen. 

Die Züchter hatten sich für ihren Kattenau nicht nur Gesundheit und Leistung in der Zucht gewünscht, sondern vor allem auch "gute Hände". Michael Weippert gab zu, dass der Verkauf des Pferdes schmerze, erklärte dann aber: "Wenn ich einen Ferrari in der Garage habe und den nur am Sonntag zum Bäcker fahre, ist der nicht ausgelastet."

Reservesieger wurde ein echter Schleswig-Holsteiner: Instagram von Schwarzgold stammt aus Groß Buchwald im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Dort betreibt Jörg Bustorff in dritter Generation eine Trakehnerzucht. Der von ihm aus der Prämienstute Impatie von Vivus gezogene dunkelbraune Hengst mit einem der höchsten Blutanteile der Kollektion war von vielen als Siegerhengst gehandelt worden. "Wir haben uns wahnsinnig gefreut, dass er im Prämienlot war", erzählte Ulrike Gränert, die Schwester von Jörg Bustorff, nach der Körung. Die ganze Familie befand sich im Glücksrausch, als klar wurde, dass ihr Hengst Reservesieger wurde. 

Auch Lars Gehrmann kommentierte: "Er ist ein ungemein opulent aufgemachter Junghengst. Instagram gehörte vom ersten Tag an zum Favoritenkreis der Prämienhengste und ist sich dessen auch immer bewusst gewesen. Er versprüht die Aura des Besonderen, ist mit seiner Erscheinung, seinem Habitus, seinem Glanz, taktbeherrscht im Ablauf des Trabes und groß übersetzt in der Galoppade ein Beschäler von echtem Zukunftsformat." 

Entdeckt wurde der Reservesieger von Alexandra und Adrian Gasser schon auf der Fohlenauktion in Hannover. Dort ersteigerte das Ehepaar den vielversprechenden Youngster in einem spannenden Bieterduell als Auktionsspitze. Parallel hatten die Schweizer das Gestüt Schönweide in Grebin im Kreis Plön gekauft, sodass der Hengst als Absetzer direkt dort einziehen konnte. Vorbereitet wurde er dann im niedersächsischen Spelle bei Pascal Kandziora, wo Instagram, der von einer Taiwanesin für 160.000 € ersteigert wurde, nun auch erst einmal bleibt.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 43/2018 unter der Rubrik "Pferd & Reiter" und im digitalen Bauernblatt.

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