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Für die Bewegungsanalyse wird das Pferd mit Markern ausgestattet, welche mit Kameras verbunden sind. Sie messen Bewegungen von mehreren Punkten und aus verschiedenen Blickwinkeln mit hoher Präzision. Foto: Tierklinik Lüsche

Lahmheiten beim Pferd und ihre Ursachen sind nicht ganz einfach zu diagnostizieren. Manchmal ist es auch der Reiter, der durch seine eigene Fehlhaltung Bewegungsstörungen beim Pferd verursachen kann. Wo genau das Problem sitzt, darüber geben jetzt 4-D-Bewegungsanalysen bei Tier und Mensch mit großer Sicherheit Auskunft. 

In der Lahmheitsdiagnostik sind sich selbst erfahrene Tierärzte mit geschultem Auge bei subtilen Unterschieden im Bewegungsablauf eines Pferdes nicht ganz einig, wo das Problem genau sitzt. Während deutlich sichtbare Lahmheiten mit dem menschlichen Auge zu 93,1 % genau lokalisiert werden, liegt bei der Diagnostik von geringgradigen Erscheinungsbildern die Trefferquote nur noch bei 61 %. Das liegt daran, dass das menschliche Auge Asymmetrien nur zu 25 % erkennt. 

Die Teilnehmer eines Hamburger Seminars zum Thema 4-D-Bewegungsanalyse, veranstaltet von den Persönlichen Mitgliedern der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), konnten dies anhand eines Experiments selbst prüfen. Tierärztin Sophie Doll von der niedersächsischen Tierklinik Lüsche zeigte ein Chart mit zwei großen roten Bällen, die beide exakt parallel auf einer Linie angeordnet waren. Hier gab es an der Symmetrie nichts zu deuteln. Auf zwei weiteren Charts war jeweils einer der Bälle geringfügig nach oben beziehungsweise nach unten verschoben. Diese Asymmetrie war nicht eindeutig festzustellen.

Das von der Firma Qualisys in Schweden entwickelte Motion-Capture-System hingegen erkennt selbst feine Asymmetrien, die mit dem menschlichen Auge nicht zu erfassen sind. Die Tierklinik Lüsche setzt diese Methode als bisher einzige private Klinik in der Lahmheitsdiagnostik ein. 

Dabei wird das Pferd mit insgesamt neun Markern ausgestattet: drei auf dem Kopf, drei auf dem Widerrist und drei auf dem Becken. Diese sind mit zwanzig Infrarotkameras verknüpft, die an der Decke der Reithalle angebracht sind, und zeichnen den Bewegungsablauf des Pferdes an der Hand auf gerader Strecke sowie an der Longe auf dem Zirkel aus verschiedenen Winkeln und von mehreren Punkten aus auf. Dabei erfasst das System deutlich mehr Bilder pro Sekunde als das menschliche Auge.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 44/2018 unter der Rubrik "Pferd & Reiter" und im digitalen Bauernblatt.

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