Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Die Herde im Bewegungsstall Dinghorst genießt ein großzügiges Platzangebot, das aus Weiden und befestigten Flächen besteht. Foto: Birte Wulf-Kobrock

Licht, Luft, Bewegung und Sozialkontakte sind essenzielle Grundbedürfnisse eines Pferdes. Es stellt somit Ansprüche an seine Haltung, um gesund und leistungsfähig zu sein und seinem Besitzer Freude zu bringen. In den vergangenen Jahren hat sich in vielen Köpfen die Gruppenhaltung in einem Lauf- oder Bewegungsstall als zukunftsfähige Haltungsform für Pferde etabliert. Viele Pferdebesitzer stufen die Einzelboxenhaltung hingegen pauschal und häufig fälschlicherweise als tierschutzwidrig ein.

Das Zusammenleben von Pferden in einer Gruppe entspricht am ehesten ihren natürlichen Bedürfnissen. Das Pferd als Lauf- und Fluchttier lebt in seiner Natur in strukturierten Herdenverbänden. Das hat sich auch mit der Domestikation des Pferdes durch das menschliche Eingreifen nicht verändert. Die Gruppenhaltung kann den Pferden ermöglichen, ihre Verhaltensmuster auszuleben. Das erfordert ein gutes Management und viel Fachwissen über die Bedürfnisse eines Pferdes. Denn die Gruppe hat sich nicht selbst zusammengefunden, sondern wurde vom Menschen auf beengtem Raum zusammengestellt.

Die Zusammensetzung der Gruppe ist für die meisten Tierhalter eine große Herausforderung. Zu begründen ist dies häufig mit fehlendem Wissen über die Ethologie und mangelnder Erfahrung, Bedürfnisse der Pferde individuell erkennen zu können und die Betriebsstrukturen anzupassen. In der Praxis findet man leider vielfach Einzelpferde bis hin zu ganzen Pferdegruppen vor, die gestresst wirken. Dieser Stress kommt häufig daher, dass das Ausleben eines oder mehrerer Verhaltensmuster gestört ist.

Die Gruppengröße spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Es gibt Bewegungsställe, die ohne größere Probleme Herden mit bis zu 45 Tieren managen. Dies ist jedoch nicht die Regel und auch nicht unbedingt empfehlenswert. Bewährt haben sich Gruppengrößen von 15 bis 20 Tieren. Zur Frage, ob geschlechtergetrennte oder -gemischte Herden zu bevorzugen sind, gibt es keine pauschale Empfehlung. Dies ist von der Expertise des Betriebsleiters und den Gegebenheiten vor Ort abhängig.

Neben viel Frischluft und Sonnenlicht sollen dem Pferd in einem Bewegungsstall – wie der Name schon sagt – viele Bewegungsmöglichkeiten geschaffen werden. Das Pferd würde sich in natürlicher Haltung viele Stunden im Schritt fortbewegen, während es auf Futtersuche geht. Daher sollte ein ausreichendes Flächenangebot zur Verfügung stehen, und auch Bewegungsanreize sollten geschaffen werden.

Laut den Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten sind als Mindestfläche für zwei Pferde 150 m2 und für jedes weitere Pferd 40 m2 gefordert. Bei einer 15-köpfigen Herde würde das Mindestmaß 670 m2 betragen. Es handelt sich dabei jedoch nur um ein Maß, das mindestens erfüllt werden muss, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Ein moderner und zukunftsfähiger Bewegungsstall sollte mit mindestens zirka 100 m2 pro Pferd rechnen. Ein zu geringes Flächenangebot ist einer der gravierendsten Fehler in der Gruppenhaltung. In vielen Betrieben ist die Fläche der limitierende Faktor, der Stress in die Herde bringt.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 18/2019 unter der Rubrik "Pferd & Reiter" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben

Hinweis zur Nutzung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.