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Liebe Leser, „Wir wollen, dass das Internet eine Verheißung bleibt“, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer jüngsten Regierungserklärung verkündet. Auch wer nicht diesen prophetischen Ton anschlägt, wird zustimmen, dass die modernen, weltweiten Kommunikationsmittel unser Leben so drastisch verändert haben wie kaum etwas seit der Erfindung der Dampfmaschine. Und auch wenn mit Datenklau, Cybermobbing und Computersucht neue Gefahren entstanden sind – die Vorteile überwiegen bei Weitem.

Neue Medien – in denen schwimmen vor allem Jugendliche wie die Fische im Wasser und eignen sich die nötigen Fertigkeiten schnell und unbefangen an. Älteren Leuten fällt dies schwerer. Dabei können gerade sie damit ihren Anschluss an Verwandte, Freunde und das „brausende Leben“ verbessern – ganz zu schweigen von den Möglichkeiten der Sicherheit und Gesundheitsvorsorge von der Notruf-App bis hin zur Telemedizin. Auch der moderne Landwirt profitiert: Von Sammelanträgen über HIT-Meldungen, Wetterdaten, Einstellungen bestimmter Maschinentypen bis hin zu Feldkarten – all dies geht „ratzfatz“ mit schnellem Internet. „Es hat das Leben einfacher gemacht“, bringt es Klaus-Peter Lucht, Vizepräsident des Bauernverbandes, auf den Punkt.

Doch schnelles Internet ist längst noch nicht überall im ländlichen Bereich verfügbar. So mancher quält sich mit stundenlangem Hochladen größerer Dateien ab, falls der Computer nicht ohnehin vorher abstürzt. Es gibt Dörfer, wo man es nicht mal schafft, erfolgreich eine Steuererklärung elektronisch zu versenden. Dabei liegt gerade in den neuen Medien die Chance, die Folgen des demografischen Wandels ein Stück weit zu entschärfen – nicht zuletzt durch immer mehr Möglichkeiten für Heimarbeitsplätze. Wer am Netz ist, rückt mit der Welt enger zusammen, auch wenn er auf einem Einzelgehöft in der Marsch sitzt. Damit nicht ausgerechnet der ländliche Bereich von dieser Entwicklung abgehängt wird, wird von allen Seiten die Forderung nach Breitbandversorgung gestellt – vom Bauernverband über die Landfrauen bis zur Landjugend.

Politiker quer durch die Parteien pflichten diesem Ansinnen bei, bekräftigen die Wichtigkeit. Dabei kann man den Eindruck bekommen, Landes- und Bundesminister bis hin zur Kanzlerin nähmen nun Geld in die Hand und legten diese Kabel bis ins letzte Dorf. Bei den vollmundigen Erklärungen fällt unter den Tisch, dass der Staat dies aus wirtschaftsrechtlichen Gründen gar nicht darf! Die kommerziellen Netzbetreiber bauen aber dort am fleißigsten, wo viele Anschlüsse zu erwarten sind, nicht selten sogar in Konkurrenz miteinander. Ein Kabel zu einem entfernten, kleinen Dorf oder Einzelgehöft rentiert sich da kaum.

Bleibt ein dritter Weg, der bereits beschritten wird: Die wichtigsten Akteure für Breitbandversorgung auf dem Land sind die Kommunen und ihre Zusammenschlüsse – und über diesen Weg die Bürger vor Ort. In einer „Mischkalkulation“ aus rentablen und weniger rentablen Nutzern im gleichen Topf können kommunale Verbände ein ganzes Gebiet schmackhaft machen. Auf diese Weise haben sie zusammen mit Stadtwerken und anderen Betreibern in den vergangenen Jahren schon einen beachtlichen Teppich der Versorgung gewoben. Bei dieser auch juristisch nicht leichten Aufgabe können sie staatliche Förderung bei Rechts- und Planungskosten erhalten. In Schleswig-Holstein sind dafür weitere 20 Mio. € aus Eler-Mitteln bis 2020 zugesagt. So schreitet das schnelle Internet voran. Zu langsam allerdings.

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