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Die EU scheint jetzt auf dem Weg zu sein, Klimaschutz ins Zentrum der Verhandlungen der Gemeinsamen Agrarpolitik zu rücken. Foto: landpixel

Mechthilde Becker-Weigel Foto: Archiv

EU-Ratspräsidentschaft geht auch nachhaltig. Diesen Beweis wollte Finnland antreten. Der gerade zu Ende gegangene informelle Agrargipfel in Helsinki hat das gezeigt. Sämtliche Konferenzen waren auf einen Veranstaltungsort konzentriert, im Stadtzentrum bequem zu Fuß, per Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Gut, die EU-Agrarminister wurden in Limousinen transportiert, aber aus Sicherheitsgründen und mit Schadstoffklasse Euro 6. Es wurden weniger Kilometer zurückgelegt als beim finnischen Vorsitz 2006, weil sich die 130 unterschiedlichen Tagungen auf Helsinki konzentrierten. 2006 gab es noch 21 Tagungsorte.

Bei der Dekoration wurde auf Poster und Informationswände verzichtet. Beim Catering wurde Leitungswasser angeboten. Es wurde kein Geld in die Herstellung von Sachgeschenken und Werbeartikeln gesteckt. Finnland hat mit dem gesparten Geld die CO2-Emissionen durch die Flüge der angereisten Tagungsgäste abgegolten. Die Kompensation wird durch die Finanzierung von Projekten zur Verringerung der Emissionen vollzogen.

Die finnische Regierung wollte durch die Gestaltung des Agrarministertreffens zeigen, dass sie es ernst meint mit der ökologischen Nachhaltigkeit und der Notwendigkeit, dem Klimawandel entgegenzuwirken. Finnland möchte mit dem Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft einen großen Handabdruck hinterlassen und einen kleinen ökologischen Fußabdruck. Bis zum Jahresende soll es gelingen, die EU auf eine klimaneutrale Wirtschaft bis 2050 festzulegen, sagte der finnische Ministerpräsident Antti Rinne, als er den Vorsitz der 28 EU-Länder bis Ende des Jahres übernahm. Das hat auch die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) bei ihrem Amtsantritt angekündigt.

Da kommt die Landwirtschaft ins Spiel. Sie ist zwar durch ihre Wirtschaftsweise, besonders durch die Tierhaltung, ein Produzent von Klimagasen, verfügt aber gleichzeitig über die Ressourcen, einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Durch die Einlagerung von organischem Kohlenstoff in landwirtschaftliche Böden entstehen Kohlenstoffsenken, die ein erhebliches Potenzial für die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre aufweisen.

Diese Erkenntnis ist nicht neu, davon sprach man bereits vor 15 Jahren beziehungsweise ungefähr 30 Agrargipfeln. Aber noch immer besteht Forschungsbedarf. Doch jetzt scheint die EU auf dem Weg zu sein, Klimaschutz ins Zentrum der Verhandlungen der Gemeinsamen Agrarpolitik zu rücken. Ein Weg sind Anreize für eine klimafreundliche Produktion, etwa durch zukünftige Ökoregelungen (Eco-Schemes) in der Ersten Säule. Der Aufbau der organischen Substanz zieht sich über Jahre hin. Dauergrünland, Bodendecker im Winter und pfluglose Methoden sind die Maßnahmen der Wahl. Das ist nicht im Handumdrehen zu erreichen und nicht nur für einen Händedruck zu haben.

Die EU muss schnell für die nötigen Vereinbarungen sorgen und darauf achten, dass die Landwirtschaft am Ende nicht mir leeren Händen dasteht.

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