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Iris Jaeger. Foto: archiv

Liebe Leser, gerade galten Sie als Fahrer eines Diesels mit Euro-5-Abgasnorm und höher noch als Vorzeigeautomobilist für sauberes Fahren, da macht ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes Ihre Dieselträume zunichte. Jetzt gelten Sie und Ihre Selbstzünder als die Schmuddelkinder der Nation und dürfen, sollten in einigen Städten die Fahrverbote als letztes Mittel der Wahl in Kraft treten, entsprechende Straßenzüge und Umweltzonen nicht mehr befahren. Was tun? Sie können für teures Geld Ihren Diesel zur Euro-6d-Temp-Norm aufrüsten lassen oder sich besser gleich den neuesten und saubersten Diesel kaufen.

Bei der Politik können Sie sich dann für deren Versäumnisse in Sachen Luftreinhaltepläne, Emissionsgrenzwert­einhaltung und überhaupt für die viel zu zögernde Klimaschutzpolitik bedanken. Sie könnten aber auch auf alternative Antriebe umschwenken und sich zum Beispiel für einen Elektro-, Erdgas-, Hybrid- oder Wasserstoffantrieb entscheiden. Anregungen zu aktuellen elektro- und wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen finden Sie zum Beispiel auf der Messe New Energy in Husum, die kommenden Donnerstag beginnt.

Oder Sie gehen zum Landwirt Ihres Vertrauens und leihen sich seinen Schlepper aus, um damit zum Beispiel in Kiel über den stickoxidbelasteten Theodor-Heuss-Ring in die Kieler Innenstadt zu düsen. Denn die Traktoren der neuen Generation erfüllen bereits seit 2014 mit der Tier-4B-Norm die strengste gesetzliche Emissionsnorm. Ebenso wie ein Diesel mit Euro-6-Norm verfügen die Trecker über eine Selektive-Katalytische-Reduktions (SCR)-Abgasbehandlung mit AdBlue. Dabei handelt es sich um eine ­wässrige Harnstofflösung, die den Stickoxid­ausstoß bei Dieselmotoren um bis zu 90 % reduziert. Mittlerweile tüfteln die Landmaschinenhersteller an Abgasstufe 5, die 2020 verpflichtend wird.

Nach den neuesten Ideen des Bundesumweltamtes würden diese Traktoren schon jetzt eine dunkelblaue Plakette erhalten, da sie deutlich weniger Stickoxide ausstoßen als andere Dieselfahrzeuge – ebenso wie Pkw-Diesel mit den neuen Abgasstufen Euro 6d-Temp oder Euro 6d. Nachgerüstete Euro-5-Diesel und bereits zugelassene Autos der Euro-6-Norm könnten künftig eine hellblaue Plakette bekommen. Der Wahnsinn hat Methode.

Um Verwechslungen bei den doch sehr ähnlichen Farbnuancen zu vermeiden, sollten die Plaketten an die Fahrzeuggröße angepasst werden: je größer das Fahrzeug, desto größer die Plakette. Bei den Schleppern könnten somit Teile der Fahrerkabine in ein dunkles Blau gekleidet werden.

Da Blau aber immer noch als eher männliche Farbe gilt, sollten gerechtigkeitshalber auch Plakettenvariationen in femininen Rosatönen angeboten werden, zum Beispiel für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge. Gendergerechter wäre allerdings eine geschlechterneutrale Farbe mit entsprechenden Farbabstufungen für den jeweiligen Grad an Stick­oxid- und Feinstaubbelastung. Des Weiteren wäre es fair, neben den Pkw auch Dreckschleudern wie Kaminöfen, Schiffe, Kraftwerke, Dieselloks und weitere Emittenten mit farbenfrohen Plaketten zu versehen. Je schmutziger und gesundheitschädlicher die Emissionen, desto hässlicher die Farbe.

Der klimaschädliche CO2-Ausstoß bei allen, also auch den "sauberen" Motoren wird gar nicht mehr erwähnt. Aber auch dafür ließen sich in farblichen Abstufungen Vignetten kreieren. Wie wär's mit Himmel­blau?

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