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Liebe Leser, diese Zahlen lassen aufhorchen: Bei einer Umfrage unter 100 Lohnunternehmern gaben 93 % an, dass sie in diesem Jahr Investitionen in die Landtechnik beabsichtigen. Nur 7 % wollen 2014 nach eigenen Angaben nicht investieren.  Das sind doch positive Aussichten! Um im Wettbewerb zu bestehen, müssen die Dienstleister ihre Technik regelmäßig aktualisieren. Denn eine hohe Schlagkraft entsteht durch funktionstüchtige, leistungsstarke Maschinen. Gerade im Transportwesen wird vermehrt auf Lkw gesetzt, um die Strecken effizient zu bewältigen. Aber auch Dienstleistungen mit Spezialgeräten sind gefragt, wie unsere Reportagen im Lohnunternehmer Spezial ab Seite 52 zeigen.

Da ist der Unternehmer, der eine Stubbenfräse am Minibagger hat und damit die Baumstümpfe vor allem in Gärten entfernt. Oder der Dienstleister, der sich auf die Waldarbeiten spezialisiert hat und dafür mit großen Harvestern und geschulter Mannschaft anrückt. Auch der Winterdienst auf Autobahnabschnitten oder die Knickpflege für die Straßenmeistereien werden von den Experten übernommen. Die Freude an der Arbeit mit ihrer Abwechslung und Vielseitigkeit merkt man in den Gesprächen Betriebsleitern ebenso wie Mitarbeitern an.

Aber all diese  Dienstleistungen können nicht umsonst erbracht werden, sondern müssen ebenso entlohnt werden wie andere in der freien Wirtschaft. Denn die Lohnunternehmer gehören genauso wie die Landwirte zu einer kapitalintensive Branche, in der außerdem noch die Einsatzzeiten der teuren Spezialmaschinen begrenzt sind. Oftmals können die Geräte nicht ganzjährig genutzt werden. Hinzu kommt noch die Abhängigkeit vom Wetter. „Lohnunternehmer sind Schönwetterarbeiter“, ist die Aussage eines Ausbilders.

Auch der Präsident des Lohnunternehmerverbandes Schleswig-Holstein, Hans-Jürgen Plöhn, sieht eine Problematik darin, die  stetig steigenden Kosten für Maschinen und Personal trotz des anhaltenden Wettbewerbs an die Kunden weiterzugeben. Nicht jeder akzeptiere dies ohne Weiteres. Aber es sei keinem damit geholfen, die Preise nicht anzupassen, denn dann stehe der Lohnunternehmer irgendwann auf der Verliererseite. Es bestehe zwar die Gefahr, den einen oder anderen Kunden zu verlieren, aber das sei immer noch besser, als selber dran zu glauben. Auch für die Kunden gilt, dafür Verständnis aufzubringen, wenn die Knickpflege oder das Maishäckseln nicht mehr denselben Preis wie vor zehn Jahren hat. Mit einer guten Kommunikation und transparenten Kosten ist beiden Seiten geholfen. Denn auch die Kunden, die ja häufig Landwirte sind, wollen mit ihren Produkten Geld verdienen.

Neben den angemessenen Dienstleistungspreisen ist eine gute Ausbildung wichtig. Die Fachkraft Agrarservice hat sich inzwischen etabliert und ist anerkannt in der Branche. Für alle Angestellten im Lohnunternehmen müssen die Rahmenbedingungen während der Arbeitszeit passen, und auch sie haben ein Recht auf Freizeitausgleich nach geleisteten Überstunden und auf eine angemessenen Bezahlung. Jeder ist mal bereit, mehr zu arbeiten, gerade in einem saisonalen Geschäft wie der Ernte oder der Knickpflege, aber im Anschluss muss auch das ausgeglichen werden. „Wir halten ja keine Sklaven“, sagt eine Lohnunternehmerin schmunzelnd.

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