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Sönke Hauschild. Foto: Archiv

Positive Kommunikation verbessert das Image. Foto: pixabay

"Goodwill" nennt der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, Hubertus Paetow, es: Guter Ruf – aber auch immaterieller Firmenwert kann dieses Multitalent unter den Wörtern auf Deutsch bedeuten. Es geht um die "Lizenz zur Landwirtschaft", wie Bauernverbandspräsident Werner Schwarz es nennt. Interessant, dass auch der ideelle Firmenwert mit Goodwill zu tun hat. Die "Firma" Landwirtschaft ist im Moment angeschlagen. Nicht, weil sie schlechte Produkte anbietet. Bauern erzeugen gleichbleibend hochwertige Lebensmittel – das ist weltweit, aber auch historisch einmalig. Sie werden immer genauer im Einsatz von Betriebsmitteln, nutzen Hightech, damit Tiere gesund bleiben und Pflanzen satt werden. Sie vermindern die Umweltbelastung durch geringeren Input bei gleichem Output – eine Riesenleistung!

Doch den Firmenwert gibt es auch immateriell: den guten Ruf. Und der ist aus verschiedenen Gründen ruiniert. Leider lebt es sich damit nicht völlig ungeniert. Die Lizenz zur Landwirtschaft erhalten wir uns nur, wenn der ideelle Firmenwert wieder steigt. Und da kommt der gute Ruf ins Spiel. Einen Ruf erarbeitet man sich. Das dauert, das kostet, das ist schnell zerstört. Was tun?

1. Das Können und Wollen erweist sich im Tun! Wenn Skandalbilder von Schlachthöfen auftauchen, dann ist die Behandlung der Tiere schlimm. Nicht durch Bauern. Aber manches Tier sieht auch sehr abgemolken aus. Wie steht es mit den Organbefunden? Kennt die jeder Betrieb? Und welche Schlüsse zieht man daraus? Was ist mit dem Kupierverzicht? Bei der Gülle brauchte mancher die Keule der Düngegesetzgebung, um die allzu "hausnahe" Ausbringung zu beenden. Es geht auch anders: Der Einsatz von Antibiotika ist massiv zurückgegangen. Das hat die Landwirtschaft über QS in Angriff genommen, bevor der Staat auf den Zug aufsprang.

2. Goodwill kostet! Sind wir bereit, den Prallteller oder den alten Schleuderstreuer in die Ecke zu stellen, auch wenn es etwas kostet? Kühe aufzumästen, bevor wir sie zum Schlachter geben? Mit Lerchenfenstern etwas für die Artenvielfalt zu tun? Breitere Fruchtfolgen zu etablieren? Manches davon führt sogar zu besseren Ergebnissen. Manches kostet Geld.

3. Kritiker mitnehmen! Binden wir den örtlichen Tierschutz ein, wenn ein Stallbau ansteht. Den regionalen Naturschutz, wenn wir Blühstreifen anlegen. Machen wir gemeinsame Spritzfenster! Sprechen wir Klimaschützer an, wenn wir über die Weidehaltung nachdenken. Wer eingebunden ist, übernimmt Verantwortung.

4. Kommunizieren! Wir müssen besser kommunizieren, was wir besser machen. Wir müssen mehr erklären. Fragen wir unsere Kritiker, wie sie Zielkonflikte lösen wollen, zwischen Tierwohl und Klimaschutz, zwischen einer Bewegungsbucht für die Sau und steigenden Ferkelverlusten – ohne dabei die Bauern über die Klingen springen zu lassen. Praktikable Vorschläge sind hier gefragt!

5. Entscheidungen treffen! Sich an die Spitze einer Entwicklung zu stellen ist anstrengend. Pioniere gehen Risiken ein, ernten aber als Erste die Früchte. Wer das nicht will, macht auch nichts falsch. Es ist wie in der Schule: Wer über dem (steigenden) Durchschnitt bleibt, kommt auch zurecht. Und er hat ein Recht darauf, gesellschaftlich akzeptiert zu werden! Gesetze gehen immer noch vor Goodwill.

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