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155.000 Besucher kamen dieses Jahr zur EuroTier nach Hannover. Foto: dlg

Mechthilde Becker-Weigel. Foto: Archiv

Die Weltleitmesse für Tierhaltungsprofis ist gerade in Hannover zu Ende gegangen. Die EuroTier 2018 zählte 155.000 Besucher aus der ganzen Welt, die das Informationsangebot genutzt haben. Die internationalen Besucher kamen aus 130 Ländern, die 2.597 Aussteller aus 62 Ländern. Das sind alles Superlative die zeigen, dass die Internationalisierung ganz groß geschrieben wird. Heruntergebrochen zeigen die Zahlen, dass rund ein Drittel der Besucher aus dem Ausland kommt. Von den deutschen Besuchern kommen fast 40 % aus Norddeutschland, also aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. Die Umfragen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) als Organisatorin der Messe zeigen, dass gegenüber der vorigen Veranstaltung 2016 nur noch 60 % der Besucher Landwirte sind, zuvor waren es 65 %.

Neben den klassischen Themen um die Entwicklungen im Stallbau für mehr Tierwohl und Fütterung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen stand das Thema Digitalisierung in diesem Jahr im Vordergrund und war Leitthema der Messe. Digital Animal Farming zog sich durch alle Bereiche. So zeigten beispielsweise die Anbieter von Melktechnik, wie die verschiedenen Betriebselemente und Sensoren verknüpft und Daten aus allen Bereichen gespeichert werden, vom Melken über Füttern, Zucht, Erkrankungen bis zu Wartezeiten. Die Kuhdaten werden aufbereitet, um bei Managemententscheidungen wichtige Vorlagen zu liefern.

Neben der Weiterentwicklung des Angebotes und der wachsenden Digitalisierung konnte man noch etwas anderes beobachten: Die Tierhaltungsszene ist konzentriert. Von den Landwirten kann sich hierzulande kaum noch jemand extravagante Technikverliebtheiten leisten. Das Vorschriften- und Kostenkorsett für die Tierhalter ist enger geworden in den vergangenen Jahren. Zumal die Milchviehhalter in Schleswig-Holstein aufgrund von Extremwetter zwei schwere Jahre hinter sich haben. Trotzdem entwickeln die Tierhalter ihre Betriebe weiter, gerade unter den Aspekten Tierwohl und Nachhaltigkeit. In Gesprächen mit so manchem deutschen Anbieter und Aussteller wird eher von Konzentration als von Wachstum gesprochen. Bei der nächsten Messe werden wieder einige fehlen oder unter dem Dach eines größeren Unternehmens stehen, hieß es in Hannover.

Gleichzeitig verkündet die DLG, ihr internationales Messe-Portfolio im Segment Nutztierhaltung zu erweitern. Im kommenden Jahr werden drei neue Veranstaltungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Brasilien und in China stattfinden. Das zeigt, wie stark der Markt für Nutztierhaltung weltweit in Bewegung ist. In Brasilien wächst die Geflügelbranche, der Mittlere Osten ist der am schnellsten wachsende Fleischmarkt, und in China steigen die Investitionen in die Schweinehaltung. Da kommt schnell die Frage auf nach der zukünftigen Stellung der Tierhaltung hierzulande. Wenn Fachmessen für die Verbreitung höchster Standards stehen, müssten auch Nachhaltigkeit und Tierwohl in Zukunft in den internationalen Handelsbeziehungen und -vereinbarungen wiederzufinden sein.

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