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Die neue Vorstandsriege nach der Übernahme von Monsanto steht. Foto: Pixabay

Mechthilde Becker-Weigel. Foto: archiv

Das Übernahmeinteresse von Bayer an Monsanto wurde vor ziemlich genau zwei Jahren bekannt. Gleichzeitig sollte übrigens in Brüssel die große Abstimmung über "Sein oder Nicht-Sein" von Glyphosat in der EU stattfinden. Und Monsanto ist der Erfinder und Hersteller von Glyphosatbestandteilen. In dieser Woche hat Bayer einige Personalien bekannt gegeben. Damit ist das Übernahmeprocedere von
Monsanto offiziell noch nicht abgeschlossen, aber der lange Weg dürfte bald geschafft sein.

Die Führungspositionen wurden nach dem Prinzip des "Besten aus zwei Welten" besetzt, das war bereits im Vorfeld besprochen. Das Führungsteam der neuen Division Crop Science, das Executive Leadership Team, wird vom bisherigen Leiter der Bayer-Agrarsparte, Liam Condon, geführt und wird mit elf Topmanagern besetzt. Die Bayer-Manager sind zwar zahlenmäßig in der Überzahl, doch auch fünf Monsanto-Manager haben es in das Führungsteam geschafft.

Ein Name taucht in der Liste nicht mehr auf: Hugh Grant. Der Chairman und Vorstandschef wird Monsanto verlassen, sobald die Übernahme durch Bayer genehmigt ist. Der Schotte arbeitet seit 1981 für den US-Konzern und seit 2003 als Vorstandschef. Nach seinen Worten wird die Verbindung mit Bayer ein "historischer Tag" für Monsanto. Für Grant wird es auch der Zahltag sein. Denn durch eine "Change of Control"-Klausel hat er es geschafft, im Falles eines Eigentümerwechsels zum Abschied rund 114 Mio. € zu erhalten.

Es geht überhaupt um eine ganze Menge. Die Weltbevölkerung wächst, und im Jahr 2050 müssen zehn Milliarden Menschen ernährt werden. Das ist ein großer Markt, und das bei sinkenden Anbauflächen und fortschreitendem Klimawandel. Die Lösung soll bei richtiger Anwendung naheliegen:    Wachstumssteigerung durch Saatgut und Pflanzenschutz. Bayer schätzt, dass das Marktvolumen im Bereich Pflanzenschutz und Saatgut von rund 85 Mrd. € im Jahr 2015 auf 120 Mrd. € im Jahr 2025  steigen wird.

Bayer bekam bei diesem Projekt, den Markt der Pflanzenschutzund Saatgutanbieter weiter zu verschlanken, durchaus Gegenwind zu spüren. Wettbewerbskommissarin Margarethe  Vestager wollte sicherstellen, dass den Landwirten weiterhin genug Auswahl an Pflanzenschutzmitteln und Saatgut zu bezahlbaren Preisen zu Verfügung steht. Ebenso wichtig war es ihr, dass der  Forschungswettbewerb in der Branche durch die Fusion erhalten bleibt. Das merkten zuvor auch andere Mitglieder der Branche, die den Weg der Fusion geschafft haben.

Bis zum vorigen Jahr dominierten noch sieben Unternehmen die weltweite Produktion von Pflanzenschutz und Saatgut. Seitdem sind die großen Hersteller neu gruppiert. BASF bewegt sich, zumindest vorerst, weiter alleine am Markt. Die beiden US-Konzerne DuPont und Dow Chemicals konnten im September 2017 ihre Fusion abschließen, und ChemChina übernahm die schweizerische Syngenta im April 2017. Damit befindet sich Bayer nicht nur in bester Gesellschaft, sondern hat den Weg an die Spitze geschafft.

Für die meisten Beobachter und die Betroffenen am Ende der Wertschöpfungskette offenbart die Bündelung der Macht ein Elend im Wettbewerbs- und Verteilungskampf in einem wachsenden Markt. Aus der Sicht von Bayer ist es jedoch der einzige Weg, gegen die internationale Konkurrenz zu bestehen.

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