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Sieht so der Ackerbau der Zukunft aus? Foto: anko_ter – Fotolia

Dr. Robert Quakernack. Foto: Archiv

Immer mehr private Haushalte nutzen Sprachassistenten für die Suche nach Informationen, für das Abspielen von Musik oder Einkäufe im Internet. Alexa, Siri und Cortana haben in jüngster Vergangenheit riesige Entwicklungssprünge gemacht. Wann die Arbeit mit diesen Systemen auch im landwirtschaftlichen Betrieb Einzug erhält, ist jedoch schwer vorherzusagen. Tierhaltung und Ackerbau spielen sich in der Natur ab. Das ist komplex. Andererseits: Wer hätte vor 50 Jahren gedacht, dass Traktoren heute mithilfe von Satellitendaten autonom über den Acker fahren oder Milchbauern die Aktivität ihrer Kühe per Smartphone-App überprüfen können? Die Visionen der Science-Fiction-Macher aus den 1960er- und -70er-Jahren werden gerade zu Realität, wie der Einsatz von Drohnen und Robotern für den Feldeinsatz zeigt, oder sie sind teilweise schon überholt.

Ohne Frage machen der Einsatz und die Entwicklung digitaler Hilfsmittel Spaß. Für die dauerhafte Etablierung in den Betriebsalltag muss jedoch ein Nutzen entstehen. Vor allem satelliten- und sensorgestützte Maßnahmen setzen sich zunehmend durch. Der Erfolg der teilflächenspezifischen Bewirtschaftung begründet sich dabei weniger in der Aussicht auf Mehrerträge als in der Einsparung von Betriebsmitteln wie Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmitteln. Grundsätzlich gilt dabei: Je heterogener ein Schlag ist und je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto besser funktioniert die Bewirtschaftung von Teilflächen. Um aus Ertragskarten, Bodendaten und Pflanzenwachstumsanalysen sinnvolle Applikationskarten zu erstellen, ist allerdings spezielles Know-how gefragt. Der Aufwand des Anwenders für Vor- und Nachbereitung ist nicht unerheblich.

Technikhersteller bieten Hardware und Software in diversen Kategorien an. Sowohl für Einsteiger als auch für Digitalprofis gibt es zahlreiche Angebote. Die Systeme müssen zum Betrieb passen und bezahlbar bleiben. Hier ist die Politik gefordert. Die Einsparung von Betriebsmitteln nutzt nämlich nicht nur dem Geldbeutel des Landwirts, sondern verringert ebenso vermeidbare Austräge von Nährstoffen oder Pflanzenschutzmitteln in die Umwelt. Anreizsysteme und Fördermaßnahmen können eine wichtige Lenkungsfunktion für die Entwicklung der Produktionssysteme übernehmen, um die hochgesteckten umwelt- und klimapolitische Ziele zu erreichen. Von großer Bedeutung ist zudem der Schutz der Betriebsdaten. Es muss klar geregelt sein, wer die Rechte hält, wer Zugriffsrechte hat und wie Regelverstöße zu ahnden sind. Insbesondere die Haftbarmachung von Datendieben stellt noch eine große Herausforderung dar.

Grundsätzlich ersetzen digitale Helfer kein Fachwissen. Ein Sensor, eine Software oder ein mathematisches Modell sind nur so gut wie sein Programmierer und sein Anwender. Wer seinen Betrieb mit Computern überhäuft, ist noch lange kein guter Bauer. Dennoch sollte sich niemand den Hilfsmitteln komplett verschließen. Die Vorteile werden mit steigenden Datenmengen und genaueren Analysen wachsen. Und dass Sprachassistenten irgendwann das Kommando übernehmen und alleine Entscheidungen treffen, konnten sich nicht einmal die Erfinder von Raumschiff Enterprise vorstellen.

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