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Hannes Bumann aus dem Landesvorstand bedankte sich bei dem Referenten Hans-Heinrich von Maydell mit einem Präsent. Foto: Lars Kuhlmann

So ziemlich jede Hofübernehmerin und jeder Hofübernehmer wird sich früher oder später mit der Thematik "Hofübergabevertrag" auseinandersetzen müssen. Entsprechend groß war der Andrang beim letzten Treffen des Agrarausschusses des Landjugendverbands Schleswig-Holstein zu diesem Thema.

Hans-Heinrich von Maydell, Syndikus des Bauernverbandes Schleswig-Holstein und Experte in Fragen der Hofübergabe, hielt einen Vortrag und beantwortete geduldig die vielen Fragen der rund 160 anwesenden Junglandwirte. Zunächst führte von Maydell in die rechtlichen Grundlagen ein. So war zu erfahren, dass die Höfeordnung nur in der ehemaligen britischen Besatzungszone in Nordwestdeutschland in dieser Form Anwendung findet.

Vorrangiges Ziel dieser Ordnung ist die geschlossene Überlassung des Hofes zu Lebzeiten, da der Erhalt leistungsfähiger Betriebsstrukturen im öffentlichen Interesse ist. Die Rechtslage ist dabei verhältnismäßig kompliziert, da es sich steuerlich um eine Art Schenkung handelt, anderseits auch um eine Übereignung mit Altenteil als Gegenleistung. Die Geschwister erhalten als weichende Erben eine Abfindung, die sich unter anderem durch die Höhe des Einheitswertes des Hofes errechnet. Die Ungleichbehandlung der weichenden Erben wird dabei in Kauf genommen, da dem wirtschaftlichen Fortbestand des Hofes Vorrang eingeräumt wird.

Durch die Tatsache, dass der Hof­übergabevertrag zu Lebzeiten der abgebenden Generation geschlossen wird und im besten Falle einige Jahrzehnte Bestand haben soll, ist eine gute Vorbereitung notwendig. Wirksam ist der Vertrag letztendlich nur, wenn er notariell beglaubigt wird und das Landwirtschaftsgericht sein Einverständnis gegeben hat. Das Gericht schreitet dann ein, wenn es den Fortbestand des Betriebes gefährdet sieht, zum Beispiel durch ein zu hohes Altenteil oder zu hohe Abfindungen der weichenden Erben oder wenn Grundstücke durch die Überlasser zurückgehalten werden oder wenn der Übernehmer nicht wirtschaftsfähig erscheint. Weiter klärte von Maydell darüber auf, bei welchem Wirtschaftswert der Hof überhaupt ein Hof ist beziehungsweise wie die Höferolle bewertet wird. Ist die Höferolle erloschen, gilt die Höfeordnung nicht mehr, und der Betrieb geht, wenn kein Testament vorhanden ist, in gleichen Teilen an die Erben.

Den nächsten Teil seines Vortrages widmete von Maydell den Inhalten des Hofübergabevertrages. In diesem wird der Betrieb mit allen Bestandteilen, Zubehör und Rechten übergeben. Dazu gehören natürlich auch die Hofschulden, die übernommen werden. Der Experte riet dazu, alles genauestens aufzuführen, damit spätere Überraschungen oder Streitigkeiten ausgeschlossen werden können. Hilfestellung geben hierbei die Kreisgeschäftsführer des Bauernverbands. Auch sollte man in jedem Falle seinen Steuerberater hinzuziehen.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 48/2018 unter der Rubrik "Landjugend" und im digitalen Bauernblatt.

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