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In ihrer Werkstatt, einem umgebauten Zirkuswagen, fertigt Kathrin Liesen kunstvolles Zaumzeug aus Leder. Foto: Assia Tschernookoff

Im kleinen, rund 500 Einwohner zählenden Ellerdorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde fertigt Kathrin Liesen ausgefallene Trensen, Zügel, Vorder- und anderes Zeug aus hochwertigem Leder an. Ob Jugendstil, Rokoko, Indianerlook oder Fantasy oder auch ganz schlicht – jedes Stück ist ein Unikat und wird nach persönlichen Wünschen entworfen. Alle einzelnen Zaumteile werden genau nach Maß der Größe des Pferdekopfs angepasst. Damit trifft die gelernte Buchbinderin eine Marktlücke, denn für viele Pferdeköpfe gibt es kaum gut sitzende Trensen von der Stange.

Nach ihrem Abitur hat Kathrin Liesen eine Ausbildung zur Buchbinderin gemacht, aber den heute selten gewordenen Beruf nie ausgeübt. Denn gleich nach der Lehre kam ihr erstes Kind, der heute 18 Jahre alte Cedrick, zur Welt, ein Jahr später wurde sein Bruder Jonas geboren. Aus ihrer zweiten Ehe mit Oliver, der auch einen Sohn mitbrachte, stammen Toke (9) und Kester (6).

Bei fünf Kindern blieb nicht viel Zeit für die berufliche Selbstverwirklichung. Diese begann erst vor acht Jahren, als die heute 41-Jährige für ihr Pferd Balou eine Trense nach ihren eigenen Vorstellungen anfertigte. Sie sollte etwas ganz Besonderes sein und Balous Charakter und ihre Verbindung zu dem Tinker ausdrücken. Auf der Suche nach dem passenden Leder entdeckte sie das in Kellinghusen ansässige Traditionsunternehmen Kobel, das sich seit 1877 nunmehr in der fünften Generation der Aufgabe widmet, hochwertiges Premiumleder herzustellen, welches zunehmend auch im Reitsport nachgefragt wird. "Kunden aus der ganzen Welt fahren hin, um dort ihr Leder auszusuchen und einzukaufen. Ich habe das riesige Glück, dass ich gerade mal 25 Minuten mit dem Auto brauche", freut sich Liesen.

Ob Zufall oder nicht, mit Balous Trense legte sie den Grundstein für ihre eigene kleine Unternehmensgeschichte. Ihre handgefertigten Zaumzeuge scheinen genau den Nerv der Zeit zu treffen. Tatsächlich ist die Nachfrage in den vergangenen acht Jahren kontinuierlich gewachsen. Vor allem Reiter aus dem Showbusiness beauftragen sie mit Sonderanfertigungen, passend zu ihren Kostümen. Aber auch zunehmend Reiter aus dem Freizeitbereich entdecken die kunstvoll gearbeiteten Produkte auf den Messen, wo die Künstlerin ihre Einzelstücke präsentiert. "Manche Kunden glauben, hinter ,Zaum & Zeugs' verbirgt sich eine Firma mit vielen Mitarbeitern", meint Kathrin Liesen schmunzelnd, die jedoch als ihr eigener Chef ohne großes Team im Hintergrund arbeitet.

"Klein und fein. So soll es bleiben", betont Liesen, "denn alle Arbeiten tragen meine ganz persönliche Handschrift und entstehen im direkten Kontakt mit dem Kunden." Konzipiert werden die Zaumzeuge in intensiven und vertrauensvollen Gesprächen, in denen die Pferdebesitzer vieles von ihrer Beziehung zu ihren Tieren preisgeben. Sie erzählen von Sehnsüchten und Wünschen, Freude und Trauer. Es sind ganz persönliche, berührende Geschichten, aber auch Charaktereigenschaften der Pferde, die sich in den Designs von Kathrin Liesen widerspiegeln. Ideen sammelt sie auf ihren Urlaubsreisen, von denen sie unzählige Fotos und Zeichnungen von Kirchenfenstern, Fliesen und Türen mitbringt. "Meist sind die Kunden mit meinen Entwürfen gleich einverstanden", erzählt die Künstlerin. Dann geht es an die Umsetzung.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 51/2018 unter der Rubrik "LandFrau" und im digitalen Bauernblatt.

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