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Imken Krohn aus Krokau fühlt sich der Landjugend eng verbunden. Bevor sie 2008 ehrenamtlich im LaJu-Landesvorstand mitmischte, war sie schon mehrere Jahre als Vorsitzende der Ortsgruppe Selenter See im Kreisverband Plön aktiv. Mittlerweile ist sie 27 Jahre alt und aus dem „Landjugendalter“ heraus. Doch was kommt jetzt? Darüber machte sie sich während eines Workshops des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) Gedanken. Das Bauernblatt sprach mit ihr über den Workshop und ihre Zukunftspläne.

„In der Landjugend habe ich Freunde fürs Leben gefunden. Wir kommen heute noch zusammen und das wird auch in 30 Jahren so sein. Die Landjugend bleibt“, bilanziert die Studentin der Agrarwissenschaften, die gerade an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel an ihrer Masterarbeit schreibt. Vor zwei Jahren gab sie ihr Ehrenamt als Vorsitzende der Ortsgruppe Selenter See auf. „Ich stehe dem Vorstand bei Bedarf weiterhin zur Seite, aber ich fand es wichtig, zum richtigen Zeitpunkt loszulassen und die Verantwortung in jüngere Hände zu legen“, betont sie. Nach dem Rücktritt stellte sich für die engagierte junge Frau plötzlich die Frage, was sie mit der neu gewonnenen freien Zeit sinnvoll anfangen könnte. „Deshalb machte ich im vergangenen Jahr meinen Jagdschein und in diesem Jahr den Segelschein“, erzählt sie.
Als sie von einem Modellseminar des dlv in Berlin erfuhr, das sich ausdrücklich an junge Frauen im ländlichen Raum und ehemalige Landjugendfrauen richtete, meldete sie sich spontan an. Aus ganz Deutschland kamen die 20 Teilnehmerinnen an der Andreas-Hermes-Akademie in Berlin zusammen. Sie tagten zum Thema „Das war erst der Anfang… weiterhin mitmachen“.
„Neue Mitglieder zu gewinnen, ist eine der größten Herausforderungen für unsere LandFrauenvereine“, weiß Brigitte Scherb, Präsidentin des dlv. Die Praxis in den Ortsvereinen zeige, dass ein Wechsel der ausscheidenden Landjugendfrauen zu den LandFrauen keine Selbstverständlichkeit sei, so Scherb. Oftmals ständen Frauen, die aus der Landjugend ausscheiden, an einer beruflichen und persönlichen Weggabelung. Der nötige Freiraum für ein anschließendes Ehrenamt sei gering. Schnell gehe so der Kontakt zu den Frauen verloren, dabei wären sie als neue Mitglieder ein großer Gewinn.
Vor diesem Hintergrund wollte der Deutsche LandFrauenverband im Rahmen des Workshops genauer wissen, was passieren muss, damit junge Frauen gern zu den LandFrauen wechseln. Imken Krohn berichtet, dass sowohl ihre Großmutter als auch ihre Mutter begeisterte LandFrauen sind. Einmal selbst bei den LandFrauen reinzuschnuppern, darauf kam die Landwirtstochter bisher aber noch nicht. „Die Frauen sind alle so alt wie meine Mutter oder älter. Unsere Lebenswelten und Interessen liegen einfach zu weit auseinander“, gibt sie zu bedenken.

Im Workshop fand sie es deshalb spannend, eine 22 Jahre alte LandFrau kennenzulernen, die eine spezielle Gruppe von jungen LandFrauen gründete und darüber einen Vortrag hielt. „Anschließend haben wir Vorurteile und Klischees herausgearbeitet, die die Arbeit der LandFrauen immer wieder begleiten. Außerdem dachten wir darüber nach, was wir uns von den LandFrauen wünschen, damit sie attraktiv für uns sind“. Ein Punkt: Junge Frauen wollen in den Ortsvereinen offen empfangen und ernstgenommen werden. Sie möchten von Anfang an die Chance haben, sich mit frischen Ideen einzubringen. Diese sollten nicht abgeblockt werden. „Wenn es heißt: dat hebbt wie schon immer so mokt und dat bliev auch so“, wäre das kontraproduktiv,“ meint Imken Krohn und setzt hinzu: „Man muss sich als neues Mitglied wohlfühlen können und akzeptiert werden“. Ebenso fände sie es toll, wenn die Themen der LandFrauen jünger werden. „Ein Kochkurs für exotische Gerichte oder Ausflüge zu moderneren Zielen würden gut ankommen.“ Außerdem wünscht sie sich „Vorträge von qualifizierten Referenten mit aktuellen Themen, die für ein jüngeres Publikum im Alter von Mitte 20 bis Anfang 30 interessant sind.“
Eine Sache stellt sie ebenfalls als entscheidend heraus: „Im Workshop waren wir der Meinung, dass die direkte Ansprache bei einer Mitgliederwerbung am wirkungsvollsten ist. Ein persönlicher Kontakt mit einer LandFrau ist besser, als ein Flyer“.

Um bei den LandFrauen mitzumischen, wäre es ihr ebenfalls wichtig, dort Gleichaltrige zum Erfahrungsaustausch und Netzwerken zu finden, die sich im selben Lebensabschnitt befinden. „Daneben noch eine ältere Mentorin zu haben, wäre natürlich schön“, so Imken Krohn. Allerdings hat sie durch den Workshop ihr Blick auf die LandFrauen geändert. „Ich habe eigene Klischees abgebaut und mir wurde bewusst, wie viele tiefgründige Themen die LandFrauen anpacken“.
Ob sie sich eine Mitgliedschaft vorstellen kann? Imken Krohn ist ehrlich: „Im Moment sind die LandFrauen bei mir nicht angesagt. Ich werde in nächster Zeit viel um die Ohren haben, denn ich beginne an der DLG-Akademie ein Trainee-Programm für den Management-Nachwuchs in der Agrarbranche. Ich will mich dadurch auf eine Führungsposition im Agribusiness vorbereiten.“
Für die Zukunft möchte die angehende Agraringenieurin ein Engagement bei den LandFrauen jedoch nicht völlig ausschließen, wenn es in ihre Lebensplanung passt. Auf jeden Fall will sie weiterhin ehrenamtlich aktiv bleiben. „Ich kann mir auch vorstellen, in die Politik zu gehen. Mal schauen, wohin der Wind mich trägt.“

Text und Foto: Silke Bromm-Krieger






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