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Anne Fleck sieht sich selbst als Gesundheitsscout. Foto: Kathrin Iselt-Segert

Superfood, Low Carb, Clean Eating und Intervallfasten. In diesem Wildwuchs von Ernährungsempfehlungen versucht die Hamburger TV-Ärztin Doc Fleck Aufklärung zu schaffen. Ihr Credo: Gesunde Ernährung muss einfach sein und Genuss bringen. Das Bauernblatt sprach mit ihr.

Sie haben in Italien und Frankreich Medizin studiert. Rührt Ihre Passion für die gesunde Ernährung aus dieser Zeit?
Dr. Anne Fleck:
Indirekt schon, weil ich täglich gekocht habe und sah, dass die Italiener vor allem vieles frisch vom Markt holen.

Was können wir von den Italienern lernen?
Spare nicht am Fett! Die Italiener kämen auch nie auf die Idee, Abendbrot zu essen. Man isst abends eher warm. Das hat mich positiv geprägt. Ich komme aus einer Familie, in der gern und gut gekocht und gegessen wird, aber in Italien erlebte ich das erste Mal selbst, wie gut es tut, mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln etwas zuzubereiten - ganz einfach, ohne Hexenwerk.

Sie praktizieren als Internistin und Rheumatologin in Hamburg, sind TV-Doc und reisen durchs Land, um über die Möglichkeiten der innovativen Ernährungs- und Präventionsmedizin aufzuklären. Was treibt Sie an?
Mit einfachen Dingen Nutzen zu schaffen. Im Laufe der vergangenen 20 Jahre hat sich so viel getan in der modernen Ernährungslehre. Und ich versuche immer abzubilden, dass Erfolge möglich sind ohne rigide Dogmen, ohne freudloses, sklavisches Essverhalten. Leider gibt es eine riesige Diskrepanz zwischen dem aktuellen Stand der Ernährungsforschung und der breit gefächerten Beratungspraxis. Fünf Mahlzeiten am Tag und ganz viel Vollkornprodukte - das ist längst passé. Wir sitzen gesundheitspolitisch auf einem Vulkan, der sowohl explodiert als auch implodiert. Die Folgekosten falscher Ernährungsweisen entstehen nicht nur für die Behandlung von Übergewicht, sondern auch von Demenz, Krebs und Diabetes.

War es für Sie ein Glücksfall, dass Sie als TV-Doc die Chance hatten, viele Menschen zu erreichen? Zunächst war es ein glücklicher Zufall, denn vom Wesen her bin ich eher ein zurückhaltender Mensch. Inzwischen bin ich sehr dankbar, weil meine Patienten mich wahnsinnig dazu ermutigt haben. Sie sagten, dass es doch schade wäre, dass nur sie im meiner Praxis von meinem Wissen und meiner Methode profitieren könnten. Sie haben mich auch ermutigt, Bücher zu schreiben. Mut brauchte ich auch, denn vor fünf Jahren waren meine modernen Ansätze, vor allem auch der, dass Fette nicht per se gefährlich sind, noch Avantgarde.

Trotzdem fehlt bei keinem ihrer Vorträge oder TV-Auftritte die Warnung, dass der "Tod in der Bratpfanne lauert".
Man muss hier ganz klar sagen, es gibt gesunde Fette, die heilen, also gute Fette, und Fette, die killen. Heilen mit dem Gesundmacherfett kann man nur, wenn man bei der Auswahl der Öle ganz streng auf eine solide Herstellerund Produktionsqualität achtet. Bei allen guten Ölen, die Omega-3-reich sind, also Lein-, Hanfoder Walnussöl, sollten auf dem Etikett nicht nur "Bio" und "kalt gepresst" stehen, sondern auch explizit der Hinweis, dass sie unter Sauerstoffausschluss gepresst wurden. Diese Omega-3-Fettsäuren sind Mimosen, die sofort bei Sauerstoffkontakt oxidieren und oxidierte Fette sind der Dünger für niedriggradige Entzündungen. Beim starken Erhitzen sollte man grundsätzlich mit jedem Öl vorsichtig sein. Am besten eignen sich Butterschmalz, Ghee, also geklärte Butter, Kokosfett oder Sesamöl.

Das komplette Interview finden Sie in der Bauernblattausgabe 50/2018 unter der Rubrik "LandFrau" und im digitalen Bauernblatt.

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