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Daniela Ruhe, Hauptgeschäftsführerin des dlv (li.), moderierte die Diskussionsrunde mit Bundespolitikern (v. li.): Ulle Schauws (Grüne), Dr. Gero Hocker (FDP), Dr. Kirsten Tackmann (Die Linke), Alois Gerig (CDU), Rainer Spiering (SPD) sowie Stephan Protschka (AfD). Foto: Kathrin Iselt-Segert

"Der Älteste erbt den Hof, der zweite wird Pastor, die Mädchen heiraten." So einfach sei es früher gewesen, so dlv-Brigitte Scherb in Berlin. Heute stelle sich aber immer öfter die Frage "(Nur) erben oder doch nachfolgen?". Unter diesem Thema lud der Deutsche LandFrauenverband (dlv) am vergangenen Sonnabend dazu ein, auf dem Bäuerinnenforum auf der Internationalen Grünen Woche über den Generationenwechsel in der Landwirtschaft zu diskutieren. Rund 150 LandFrauen aus ganz Deutschland, darunter auch aus Schleswig-Holstein, nahmen daran teil.

Nur bei rund 37 Prozent der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe sei die Nachfolge noch gesichert, vor zehn Jahren seien es noch 46 Prozent gewesen, nannte dlv-Präsidentin Brigitte Scherb die Fakten. Setze sich diese Tendenz fort, werde das den Strukturwandel in der Landwirtschaft weiter befeuern und sich die aktuelle Zahl von 245.000 Betrieben bis 2030 auf 134.000 reduzieren.

"Was aber kann getan werden, dass nicht nur Ackerflächen weiterbestellt werden, sondern dass Höfe, also Unternehmen mit Menschen, die sich für das dörfliche Leben engagieren, erhalten bleiben?", formulierte Scherb die zentrale Frage des Forums. Bevor in einer Podiumsdiskussion diese Frage an die Politik gestellt wurde, kamen im Forum zunächst eine erfahrene Beraterin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und zwei Praktikerinnen zu Wort.

Anne Dirksen berichtete, dass die Sorge um wechselnde politische Rahmenbedingungen immer häufiger Gegenstand ihrer sozioökonomischen Beratungsgespräche sei. Diese Rahmenbedingungen bestimmten die zukünftigen wirtschaftlichen Perspektiven auf den Betrieben maßgeblich mit. Dirksen machte aber nicht nur die Rahmenbedingungen als Ursache dafür aus, dass sich immer öfter Kinder gegen die Übernahme eines Betriebes entschieden. Zunächst sei es ein Glück, dass heute nicht mehr automatisch der Ältere oder der, "der nicht schnell genug weg ist", den Hof übernehmen müsse, so Dirksen. Einen landwirtschaftlichen Betrieb zu übernehmen, erfordere Leidenschaft, Risikobereitschaft, Kommunikationsfähigkeit und Teamarbeit. Dafür, das zu fördern, trage die Familie eine große Vorbildfunktion, so die Beraterin.

"Wenn Kinder am Küchentisch nur Klagen hören oder negative Kommentare vom Altenteiler, weil der junge Betriebsleiter an einem sonnigen Tag im Büro sitzt, wird die Wertschätzung der Arbeit untergraben." Zudem erlebe sie in der Ausbildung für Meisteranwärter, dass es immer wieder potenzielle Hofnachfolger gebe, die keinen Einblick in die Bücher des Betriebes hätten. Kommunikationsfähigkeit sei zudem nicht nur nach außen, sondern auch innerhalb der Familie gefragt. Da seien Landwirte nicht selten "Sprachökonomen" nach dem Motto "Das ist allein meine Sache", so ihre Erfahrung. Zudem gehe eine Hofübergabe durch Rückübertragungs- und Pflegeklauseln oft mit so großen finanziellen Verpflichtungen einher, dass die Übernahme des Hofes schlechter sei, als einen Hof zu pachten, berichtete Dirksen aus ihrem Beratungsalltag.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 4/2019 unter der Rubrik "LandFrau" und im digitalen Bauernblatt.

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