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2010 wurde das Faktorverfahren eingeführt. Damit versuchte die schwarz-gelbe Koalition, die damals gerade ihr Amt angetreten hatte, ein Wahlversprechen wahrzumachen und ein gerechteres Steuerrecht zu schaffen. Foto: Kathrin Iselt-Segert

Was sollten berufstätige Frauen bedenken, wenn es darum geht, eine Steuerklassenkombination zu wählen? Und warum ist das Ehegattensplitting vor allem für den geringer verdienenden Partner (das sind in über 90 Prozent der Fälle die Ehefrauen) von Nachteil? Antwort auf diese und weitere Fragen gab Gesa Hatje, Referentin im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes, auf der jüngsten Gesamtvorstandssitzung des LandFrauenverbandes Schleswig-Holstein in Rendsburg.

Dass erwerbstätige Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerinnen und -partner die Steuerklassenkombination IV/IV sowie die Kombination III/V wählen können, sei weithin gut bekannt, so die Referentin. Weniger dagegen die Steuerkombination IV/IV mit Faktor. Dabei liege der Vorteil auf der Hand, denn der geringer Verdienende erhalte dadurch mehr Nettogehalt, sodass es sich für Frauen mehr lohne, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, und, was auch sehr wichtig sei, die Entgeltersatzleistungen, die sich am Nettoeinkommen orientierten, höher ausfielen.

Stark vereinfacht bedeute das Faktorverfahren, dass Personen nur den Anteil an der Lohnsteuer zahlen, den sie auch zum gemeinsamen Einkommen beitrügen. Wer also beispielsweise nur 25 Prozent des gemeinsamen Einkommens beisteuere, zahle auch nur 25 Prozent der Lohnsteuer. Sinn habe das Faktorverfahren deshalb vor allem für Paare, die stark unterschiedlich verdienen, erläuterte Gesa Hatje. Der Faktor werde für jedes Ehepaar individuell berechnet. Das Finanzamt lege die voraussichtlichen Arbeitslöhne der Ehepartner zugrunde und setze die Lohnsteuerbelastung in den Klassen IV/IV mit der voraussichtlichen Jahressteuer nach Splittingtarif ins Verhältnis. Die Arbeitgeber ziehen dann die Lohnsteuer auf Basis der Steuerklasse IV monatlich ab und multiplizierten sie mit dem Faktor. Steuernachzahlungen blieben in der Regel aus.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in der Bauernblatt-Ausgabe 5/2017 unter der Rubrik "LandFrau" und in der Bauernblatt-App.

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