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Die Präsidentin des LandFrauenverbandes SH, Marga Trede, eröffnete vor 2.000 Gästen in den Holstenhallen von Neumünster den LandFrauentag 2016. Foto: H. Dietrich Habbe

"Was wollen wir essen?" - Unter diese Frage hatte der LandFrauenverband Schleswig-Holstein seinen diesjährigen LandFrauentag in Neumünster gestellt. Wie viel Zündstoff in dieser scheinbar einfachen Frage steckt, zeigte sich auf der Bühne vor 2.000 Gästen. Einerseits brachte Sterneköchin Léa Linster mit ihrer charmanten Schlagfertigkeit die Halle geradezu zum Brodeln, andererseits gab es auch ernste und nachdenkliche Töne zum Thema.

So sagte der schleswig-holsteinische Bauernpräsident Werner Schwarz in seinem Grußwort, dass er sich zunächst gewundert habe, dass ausgerechnet die LandFrauen diese Frage stellten. Denn wenn es um die Nahrungszubereitung gehe, mache ihnen kaum einer etwas vor. Auf den zweiten Blick aber sei er froh, dass die LandFrauen das Thema Lebensmittel in den Mittelpunkt gestellt hätten. Essen sei immer eine Frage des guten Geschmacks gewesen, aber heute spiele auch die Moral eine wichtige Rolle an den Mittagstischen. "Wir Bauern beliefern alle, die sich ökologisch, vegetarisch, vegan ernähren. Wir freuen uns über Menschen, die sich engagiert mit ihrer Ernährung auseinandersetzen und hoffentlich mehr für Lebensmittel ausgeben."

Leider sei das Essen längst von einem Mode- zu einem Reizthema geworden, jeder Bissen zum Gewissensbiss. "Ich sage Ihnen ehrlich: Die Diskussion läuft in einer Art und Weise, die uns Landwirten zu schaffen macht. Es geht nicht mehr um sachlich falsch oder richtig, sondern um moralisch gut oder böse", sprach der Bauernpräsident Themen an, die auch in der Talkrunde aufgegriffen wurden.

Der Verbraucher wisse heute wesentlich mehr, sagte dort Restauranttester und Food-Journalist Jens Mecklenburg. Grundsätzlich stellte er klar, dass "alle Lebensmittel okay sind, die nicht krank machen, denn Essen ist nicht da, um jemanden zu heilen." Genussmenschen seien ihm im weiten Spektrum der Verbraucher am sympathischsten. Er riet, am besten regionale Bioprodukte zu kaufen. Wem das zu teuer sei, dem könne er nur sagen: "Wir Deutschen essen viel zu viel Fleisch. Lieber weniger davon kaufen, dafür besseres."

Mehr zum LandFrauentag in Neumünster lesen Sie in der Bauernblatt-Ausgabe 20/2016 und in der Bauernblatt-App.

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