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An verschiedenen Stationen können die Erinnerungen der LandFrauen auch angehört werden. Marlies Rohwer nahm sich zum Lauschen.

Blumiges Dankeschön: Während der Eröffnung der Ausstellung überreichte Präsidentin Marga Trede (r.) Kuratorin Ulrike Looft-Gaude Blumen.

Heitere und leidvolle Erinnerungen„Schau mal, das kenn ich auch noch!“ Diesen Ausruf wird man im Freilichtmuseum Molfsee dieser Tage öfters hören. Denn sie weckt Erinnerungen, die neue Ausstellung des Schleswig-Holsteinischen LandFrauenarchivs.

„Erinnerungen“ lautet auch der Titel der Ausstellung, die die Besucher in frühere Zeiten, in das Leben, die Arbeit und den Alltag der Frauen im ländlichen Raum eintauchen lässt. Am 6. Juli wurde sie von Marga Trede, Präsidentin des LandFrauenverbandes Schleswig-Holstein, und Dr. Ulrike Looft-Gaude, Kuratorin im Freilichtmuseum, eröffnet.Über ein volles Haus zur Eröffnung der vierten LandFrauenausstellung konnten sich Marga Trede, Ulrike Looft-Gaude und das Archivteam freuen. Aus ganz Schleswig-Holstein waren die Besucher angereist, um gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen. Insgesamt elf verschiedene thematische Stationen – von Krieg und Vertreibung, Kindheit und Schule, Ausbildung, Familiengründung, Freizeit bis zu Haus- und Landwirtschaft – sind im Ausstellungsraum im „Haus Schmielau“ aufgebaut. Anhand von Fotos, kurzen Texten und vielen Tonaufnahmen wird lebendig vom Leben, Alltag und der Arbeit der Frauen auf dem Lande berichtet. Und so manches dieser Erinnerungsstücke – sorgsam über Jahrzehnte gehütet – und so mancher Bericht aus dem täglichen Leben (herrlich: der Text über den Abwasch) sorgten während der Eröffnungsfeier für ein kräftiges Schmunzeln.
„Hach, so ein Hochzeitsfoto habe ich auch“, freute sich Käte Schuldt, die 1955 geheiratet und ein ähnliches Gruppenbild mit Braut und Bräutigam in ihrem Album hat. Auch die Bilder und kurzen Texte von der Schulspeisung „mit Ellenbogen“, vom Berichtsheftführen, vom Melken und vom ersten Kleid für die Tanzkurse, sie alle zauberten den Besuchern ein Lächeln ins Gesicht. „Ach ja, die Tanzschule“, seufzten Anke Brühe und Gertrud Engelbrecht. Ganz glücklich hingegen zeigten sich die LandFrauen Anke Stoffers, Inge Schneekloth-Plöger und Christiane Langholz, dass sie keine Erinnerungen an das Wäschewaschen per Hand und Waschbrett haben, das eine Sttion dekoriert. „Wir hatten zum Glück schon elektrische Geräte.“
Nicht immer sind die Erinnerungen an längst vergangene Zeiten heiter: So gehört auch das Thema Krieg und Vertreibung mit in die Ausstellung. Hildegund Hergenhan (76) aus Kiel, in Stettin geboren und am 5. März 1945 nach Dithmarschen geflüchtet, hatte von ihrer Flucht mit dem Pferdefuhrwerk mitten im Winter, dem Verkauf des Lieblingspferdes Max („Was aus ihm wohl geworden ist?“), aber auch von den schönen Momenten, wie dem ersten warmen Bad nach Wochen erzählt. Das Interview wurde aufgezeichnet – an einer der acht Hörstationen sind Auszüge daraus zu hören. In einer Vitrine daneben wird gezeigt, was die Flüchtlinge damals dabeihatten – ein kleiner Koffer, ein paar persönliche Briefe liegen dort. „Wir haben in den Vitrinen Platz gelassen für weitere Erinnerungen“, erklärte Kuratorin Dr. Ulrike Looft-Gaude. Denn das Team des LandFrauenarchivs sucht und sammelt weiterhin Fotos, Texte, Tagebücher und mehr aus der Vergangenheit – diese Erinnerungen können in die laufende Ausstellung integriert werden.

Weitere Infos gibt es bei Ulrike Looft-Gaude unter Tel. 04 31-65 96 60.

Ein ausführlicher Bericht über die Arbeit des Achivteams folgt.

Text und Fotos: Jennifer Ruske


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