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Pionierinnen des LandFrauenarchivs, darunter drei ehemalige Präsidentinnen und zahlreiche Kreisvorsitzende des LandFrauenverbandes, Mitarbeiter des Museums sowie Archivarinnen trafen sich, um zu diskutieren, woe die Reise für das LandFrauenarchiv hingehen soll. Foto: Kathrin Iselt-Segert

Seit elf Jahren pflegen das Freilichtmuseum Molfsee und das LandFrauenarchiv eine enge Beziehung. Eine Zeit, in der vier Ausstellungen - aktuell läuft mit "Kohl-, Appel- un Blomenhoff - Ländliche Hausgärten in Schleswig-Holstein" die bisher größte - und Buchprojekte verwirklicht wurden. Aber auch eine Zeit, in der sich viel verändert hat. Deshalb trafen sich kürzlich Vertreterinnen des Archivkreises sowie Mitarbeiter des Museums und Stadtarchivare, um in einer Arbeitstagung zu beraten, wie die Kooperation künftig inhaltlich und organisatorisch fortgesetzt wird.

Dass das Wissen um Alltagskulturen und Alltagsgeschichte des 20. Jahrhunderts aus weiblicher Perspektive für das Freilichtmuseum wichtige Ressource für die Zukunft ist, daran ließ Museumsdirektor Dr. Wolfgang Rüther in seiner einleitenden Rede keinen Zweifel.

Neue Ansprüche

Welchen Stellenwert die Arbeit der LandFrauen für das Museum hat, machte er unter anderem mit einem Verweis auf den Tätigkeitsbericht 2018 der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf fest, zu der das Freilichtmuseum Molfsee seit 2013 gehört. Dort hatte Rüther in seinem Vorwort ausdrücklich den Fokus auf die thematisch vielschichtige Sonderausstellung "Kohl-, Appel- un Blomenhoff - Ländliche Hausgärten in Schleswig-Holstein" gelegt. In den elf Jahren habe das Museum auch als Landesmuseum für Volkskunde einen anderen Anspruch entwickelt, so der Direktor. Aktuell stünden mit der Konzeption der Dauerausstellung für das im Bau befindliche neue Ausstellungsgebäude große Aufgaben an. Und auch der Anspruch der Öffentlichkeit an das Landesmuseum sei gewachsen. Vor diesem Hintergrund sei die aktuelle Exposition in Kooperation mit dem LandFrauenarchiv die bisher "tollste und anspruchvollste". 35.000 Euro habe das Freilichtmuseum investiert. Es sei daher zum Beispiel eine Frage, in welchen Rhythmus gemeinsam Ausstellungen entwickelt werden könnten, regte er für den Ideenpool an.

Staffelstabübergabe

Dr. Ulrike Looft-Gaude, Kuratorin aller bisherigen Ausstellungen in Kooperation mit den LandFrauen, betonte, wie wichtig es sei, an einem Archiv über die Geschichte der Frauen zu arbeiten. "In Archiven geht es vornehmlich um Dokumente, die in Verbindung mit Besitz standen. Da dieser meist in den Händen der Männer lag, ist in den Archiven wenig über Frauen zu finden. Ich wusste, dass da noch sehr viel zu tun ist, und bin auch deshalb völlig begeistert von der Zusammenarbeit mit den LandFrauen", so die Kunsthistorikerin. Sie werde auch deshalb nun, da sie im Ruhestand sei, diese Arbeit noch eine Weile begleiten.

Looft-Gaude appellierte, jetzt jüngere LandFrauen für die Arbeit zu gewinnen, denn es stehe eine Staffelstabübergabe bevor. Wenn die Pionierinnen des LandFrauenarchivs, ehemalige Präsidentinnen und Kreisvorsitzende, in nächster Zeit ihre ehrenamtliche Arbeit beendeten, brauche das Archiv Nachfolgerinnen, die sich für diese Arbeit begeisterten und zum Beispiel bei Haushaltsauflösungen dafür sensibilisiert seien, Dokumente für das Archiv zu sichern.

Wer Dinge wegwerfe, gehe das Risiko ein, etwas zu vernichten, was für spätere Generationen wichtig sei, mahnte Prof. Silke Göttsch-Elten in ihrem Impulsvortrag. "Die Gesellschaft braucht nicht nur staatliche Archive, sondern auch kleinere private Sammlungen wie das LandFrauenarchiv als Ressource für die Zukunft." Themen wie Ernährung, Landwirtschaft, soziales Leben beträfen alle Menschen. Daher müsste das künftige Archiv ein Ort sein, an dem über gesellschaftliche Entwicklung nachgedacht werden könne und an dem spätere Generationen "andere Fragen als wir stellen und Informationen anders bewerten können", gab sie Anregungen für die anschließenden Arbeitsgespräche im "World-Café".

Claudia Jürgensen, Vizepräsidentin des LandFrauenverbandes, zeigte sich bei der Arbeitstagung zuversichtlich. Die Kooperation werde auch künftig eine Win-win-Situation für beide Seiten sein.

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