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Yvonne Bohlens begleitet ihre Töchter beim Hausaufgabenmachen – Melina erledigt diese mit der linken Hand. Zwillingsschwester Melissa (r.) ist Rechtshänderin. Foto: Silke Bromm-Krieger

Die Abc-Schützen erwartet demnächst eine neue, spannende Zeit. "Für einen erfolgreichen Schulstart sollten Eltern spätestens ein Jahr vor der Einschulung wissen, ob ihr Kind ein Linkshänder ist", rät Lerntherapeut Frank Steinkopf aus Heide. Hier gibt er Hilfestellungen zum Thema, und Yvonne Bohlens berichtet von Erfahrungen mit ihrer Tochter Melina.

Beim Gespräch möchte Melina gern dabei sein. Freundlich lächelnd begrüßt die Achtjährige den Gast vom Bauernblatt an der Tür – mit links. Auf dem Milchvieh- und Ackerbaubetrieb ihrer Eltern Yvonne und Merten Bohlens in Oststeinbek-Havighorst vor den Toren Hamburgs lebt die Schülerin gemeinsam mit zwei älteren Geschwistern und ihrer Zwillingsschwester Melissa.

"Oft ist es ja so, dass bei Zwillingen einer Rechts- und einer Linkshänder ist, so ist es auch bei uns", merkt Yvonne Bohlens an. Eine Ahnung, dass Melina Linkshänderin sein könnte, hatte die 43-Jährige bereits längere Zeit, aber richtig deutlich wurde dies erst im letzten Kindergartenjahr, als die Vorschule begann. "Melina veränderte plötzlich ihr Verhalten. Sie wurde stiller, in sich gekehrter, teilweise aggressiv. Beim Malen und Basteln verlor sie schnell die Lust", beobachtete die vierfache Mutter. Auch einer Erzieherin fiel auf, dass Melina einige Tätigkeiten mit links ausführte. "Sie wird sich schon noch entscheiden, welche Hand für sie die richtige ist", meinte sie.

Frank Steinkopf ist seit 1995 Leiter einer lerntherapeutischen Praxis und Beratungsstelle für Linkshänder. Der Lehrer weiß, wie wichtig es für die kindliche Entwicklung ist, eine Linkshändigkeit rechtzeitig zu erkennen. Schon bei der Geburt steht nämlich fest, ob ein Mensch Linkshänder oder Rechtshänder ist. "Untersuchungen belegen, dass es eine Arbeitsteilung zwischen den beiden Hirnhälften gibt. Der linken Hälfte werden Funktionen wie logisches und analytisches Denken sowie Sprache zugeschrieben, der rechten Hälfte Musikalität, Kreativität und räumliches Vorstellungsvermögen.

Schreibt ein Linkshänder nun mit der rechten Hand, wird die Leistungsstärke seiner dominanten und aktiveren rechten Hirnhälfte nicht genutzt und die schwächere linke permanent überbeansprucht. Die Kinder ermüden schneller und können sich schlechter konzentrieren", führt der Experte aus. Ein Linkshänder, der dennoch alles mit der rechten Hand tue, müsse zur Erledigung der gleichen Aufgaben drei- bis zehn Mal so viel Energie aufwenden wie ein Rechtshänder. Er könne sein Wissen deshalb nicht optimal zur Geltung bringen. "Übrigens erkennen Kinder ihre eigene Seitigkeit nicht. Dafür benötigen sie die Hilfe ihrer Eltern und erwachsenen Bezugspersonen", so Steinkopf.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 29/2019 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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