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Kommissar Simon Kessler (Heino Ferch, r.) glaubt, dass Tom (Timo Hack), der seine Familie verloren hat, mehr weiß, als er preisgibt. Foto: Gordon Timpen/ZDF

Mehr als 800 Jahre hat Lütjenburg schon auf dem Buckel. Jetzt war die malerische Stadt im Kreis Plön wieder Mittelpunkt eines Fernseh­ereignisses: Zum zweiten Mal bot der Ort die Kulisse für einen packenden TV-Zweiteiler, mit dem das ZDF das neue Spielfilmjahr eröffnet. Mittendrin Heino Ferch, der in der Fortsetzung des erfolgreichen ZDF-Krimis "Tod eines Mädchens" wieder den arroganten, kaltschnäuzigen Kommissar Simon Kessler gibt. Gesendet wird "Die verschwundene Familie" am Montag und Dienstag, 7. und 8. Januar, um 20.15 Uhr.

Hierfür wurde ein wenig umgebaut: Aus Lütjenburg wurde die fiktive Stadt Nordholm an der Ostsee. Gedreht wurde auch in Hohwacht und Kellenhusen. Claudia Pless hat mit dem Schauspieler Heino Ferch gesprochen.

Herr Ferch, das Krimidrama "Die verschwundene Familie" knüpft an den sehr erfolgreichen Zweiteiler "Tod eines Mädchens" an, der 2015 ein Quotenhit war. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

Heino Ferch: Dass die Geschichte sehr persönlich erzählt wird, hat sicherlich einen großen Teil zum Erfolg beigetragen. Der Zuschauer konnte sich mit den Geschehnissen und Figuren identifizieren. Auch der neue Zweiteiler ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und ganz nah dran am echten Leben. Gerade weil die Geschichte so menschlich ist, geht sie unter die Haut. Das gesamte Szenario bietet wieder eine Menge Möglichkeiten zum emotionalen Andocken: Der Mordfall ereignet sich in einer Community, in der jeder jeden kennt. Die Biografien der Menschen sind zwangsläufig miteinander verwoben. Das macht sie abhängig voneinander, angreifbar und bestechlich.

Ihre Figur, der Hamburger Ermittler Simon Kessler, macht sich in dieser Dorfgemeinschaft nicht gerade Freunde ...

Das will er auch gar nicht. Er will sich bei den Menschen nicht beliebt machen, sondern etwas anstoßen. Wenn so ein Typ wie Kessler – ein ruppiger, unsympathischer Hund – in so eine Community reinkommt und da einmal kräftig auf den Tisch haut mit seinen Vermutungen, dann wird aus jeder Reaktion, aus jedem Ankicken ein Dominoeffekt, der alle Figuren neu reagieren lässt. Man begegnet einander nun mit zunehmender Skepsis, verdächtigt sich gegenseitig. Der Blick auf den anderen verändert sich, die Perspektive wechselt. Menschen, die man glaubt zu kennen, reagieren plötzlich ganz anders als man vermuten würde. Das erzeugt Spannung, auch beim Zuschauer.

Inwieweit hat sich Ihre eigene Rolle inzwischen weiterentwickelt?

Für Simon Kessler wird es jetzt persönlicher, er kennt die Menschen noch aus der extremen Situation, als er erstmals in das Dorf beordert wurde. Damit ist er ebenfalls emotional vorbelastet. Es wird auch für ihn schwieriger, professionelle Distanz zu bewahren. Gleichzeitig tut er sich immer noch sehr schwer mit zwischenmenschlichen Beziehungen. Der Zuschauer erfährt, dass Kessler selber Vater eines kleinen Jungen ist, zu dem er jedoch kaum Kontakt hat. Kessler nimmt sich des kleinen Tom an, dessen Familie verschwunden ist. Das Schutzbedürfnis und Vertrauen dieses Jungen lässt selbst Kessler nicht kalt. Toms Schicksal berührt ihn und stößt etwas in ihm an. Die harte Schale bricht.

Das komplette Interview finden Sie in der Bauernblattausgabe 1/2019 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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