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Ursula Köller, Ingrid Gertz, Thitu Tran, Tanzlehrer Ralf Knobloch, Ursula Andresen und Elisabeth Schulzeck (v. li.) haben viel Spaß beim Rollatortanz. Foto: Silke Bromm-Krieger

Schon eine Stunde Tanzen pro Woche hält Geist und Körper fit. Das belegen wissenschaftliche Studien. Senioren aus Kiel-Mettenhof treffen sich deshalb jeden Mittwoch im Birgitta-Thomas-Haus mit Tanzlehrer Ralf Knobloch zum Rollatortanz. Rumba, Walzer, Tango oder Samba stehen dann auf dem Programm. Das Bauernblatt war dabei und sprach zusätzlich mit Hilfsmittelexperte Andreas Lake.

Sich fit zu halten ist keine Frage des Alters. Sanft und mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht wiegt sich die 95-jährige Elisabeth Schulzeck im Takt der Musik. Wiener Walzer - "Que sera sera, what­ever will be, will be". Doris Days Hit aus den 1950er Jahren sorgt bei der agilen Seniorin für gute Laune. Schwungvoll dreht sich die Kielerin mit ihrem Rollator im Kreis. Fast schwebend gleitet sie mit rund 20 anderen Seniorinnen und Senioren über das Parkett.

Seit über fünf Jahren ist die Rentnerin beim Rollatortanz mit von der Partie. Mit dem Bus kommt sie dafür extra aus einem anderen Stadtteil nach Mettenhof, weil ihr das dortige Angebot so gut gefällt.

"Wenn ich die schöne Musik höre, kommen viele Erinnerungen hoch. Früher habe ich mit meinem Mann gern Walzer getanzt", verrät die Rentnerin. Ihre Tochter, die Ärztin ist, habe ihr geraten, regelmäßig etwas für die Gesundheit zu tun und sich zu bewegen. "Das klappt dank des Rollators auch mit meinen tauben Füßen noch gut", freut sie sich.

Ursula Köller, 85 Jahre alt, schwört auf Rollatortanz, um ihre Gleichgewichtsstörungen im Zaum zu halten. Ursula Andresen fand vor einigen Monaten nach einem Oberschenkelhalsbruch zur Runde. "Das Tanzen bringt mir viel Spaß. Das betroffene linke Bein und mein Gleichgewichtssinn haben sich dadurch erheblich gebessert", erzählt die 81-Jährige. Ingrid Gertz hat noch keinen Rollator, aber Gelenkprobleme. "Das Angebot hier ist so abwechslungsreich und ruckelt den ganzen Körper schön durch. Deshalb bin ich dabei", sagt die 61-Jährige. Wie alle Teilnehmer genießt sie das fröhliche Gemeinschaftserlebnis mit Gleichgesinnten. Einige haben durch den Tanzmittwoch neue Bekanntschaften geschlossen und treffen sich anschließend zum Klönschnack auf einen Kaffee oder unternehmen etwas zusammen.

Ralf Knobloch ist ausgebildeter Gesellschaftstanzlehrer mit einer Rollatortanz-Zusatzqualifikation. "Rollatortanz kann den Senioren das anfangs meist noch ungeliebte Hilfsgerät schmackhaft machen und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, alle Bereiche des Körpers zu mobilisieren", erklärt er. Durchs Tanzen nehme die Gehirnaktivität zu, Muskeln und Gelenke würden trainiert, das Herz-Kreislauf-System gestärkt sowie Leistungsfähigkeit und Ausdauer verbessert. "Das ist eine tolle Sturzprophylaxe", bringt es der Fachmann auf den Punkt.

Alle Gesellschaftstänze könne man problemlos mit dem Partner auf vier Rädern tanzen, versichert er und setzt schmunzelnd hinzu: "Der ist wenigstens nicht scheu und tritt niemanden auf die Füße." Ergänzt werden die Tanzeinheiten durch Koordinationsübungen im Stuhlkreis und spezielle Sitztänze. "Dabei aktivieren wir beide Hirnhälften gleichzeitig. Das beugt Alzheimer vor", so Knobloch. Mit Temperament und ansteckender Lebensfreude führt er "seine" Senioren durch die Tanzstunde. Der Funke springt über. Strahlende Gesichter, wohin man schaut. "Herr Knobloch hat immer viel Geduld mit uns", lobt eine Teilnehmerin.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 18/2019 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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