Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

In seiner Schauküche bruzzelt Folke Dammann Heuschrecken in Rapsöl. Sie werden ausschließlich mit Paprika, Knoblauch und Basilikum auf in Olivenöl geröstetem Weißbrot garniert. Foto: Tonio Keller

Als Vorspeise geröstete Buffalowürmer auf Wildkräuterbett, als Hauptspeise frittierte Heuschrecken mit Limettendip, zum Nachtisch Mehlwürmer an Erdbeersalat – oder einfach nur eine Pizza agli Insetti? Was für die einen eine Mutprobe à la Dschungelcamp wäre, können sich andere als ein Menü der Zukunft vorstellen. Die Hauptzutaten dazu, nämlich Speiseinsekten, vertreibt Folke Dammann in Witzeeze im Kreis Herzogtum Lauenburg.

Eine Mutprobe wäre es für viele – oder es kommt schlicht ein angewidertes "Nein danke". Bei den ge­rösteten Buffalowürmern auf Bananenscheiben, als Kostprobe in der Redaktion gereicht, greifen nur wenige zu, und auch die nur für einen Testhappen. Andere fliehen geradezu aus dem Raum. Doch so wild ist es nicht, "eher eine Kopfsache", meint ein Kollege. Ob die Würmchen schmecken, ist die eine Frage, doch unangenehm sind sie keineswegs. Recht knusprig, leicht nussig, nicht aufdringlich, vielleicht etwas scharf geröstet, das kann man ja noch verbessern.

Folke Dammann ist da natürlich versierter. In seiner Schauküche frittiert er zunächst Paprikascheiben und Knoblauch in Raps­öl. Separat bruzzelt er anschließend Heuschrecken im selben Öl. Mit 5 bis 6 cm sind es die größten Insekten in seinem Sortiment. Die Fühler hat er vorher entfernt und auch die Beinchen, die haben kleine Widerhaken, die sich im Mund unangenehm anfühlen würden. 

Aber man erkennt, anders als bei einem Fleischstück, schon noch das Tier, und vielleicht ist das ja der Grund für Abwehr. Aber sehen nicht Shrimps oder Garnelen mit ihren Fühlern ähnlich aus, und an die haben wir uns schon weidlich gewöhnt, auf der Pizza oder Paella. 

Wenn man dann den appetitlich angerichteten Weißbrot­snack sieht, will man gar nicht auf dumme Gedanken kommen. Die Heuschrecke schmeckt knusprig, fast wie ein gegrillter Hähnchenflügel. Im Übrigen: "Wir nehmen jedes Jahr 400 bis 500 g Insekten auf, ohne es zu merken", weiß Dammann.

Ernährungsphysiologisch sind Insekten allerdings der große Trumpf. Gefriergetrocknet, wie sie in den Handel kommen, enthalten sie 55 bis 60 % Eiweiß, um die 30 % Fett und höchstens 6 % Kohlenhydrate – Heuschrecken gar nur 1,6 % –, und davon sind weniger als 1 % Zucker. 100 g des Produktes kommen auf rund 2.200 kJ. Gut vorstellbar, dass das für die Welternährung noch eine Rolle spielen kann. Dammann ist überzeugt: "Das ist die Proteinversorgung der Zukunft, das Fleisch der Zukunft!"

Tatsächlich nimmt auch hierzulande das Interesse stetig zu. Was zur Folge hat, dass Dammann, der 2012 mit dem Vertrieb nebenbei begonnen hat, sowie zwei Mitarbeiter inzwischen davon leben können. Zu Spitzenzeiten kommen Aushilfskräfte hinzu. 

Einen Laden betreibt er nicht. Er verkauft über seinen Onlineshop "Snack Insects" im gesamten deutschsprachigen Raum sowohl an Großmärkte und Lebensmittelketten als auch an Endverbraucher – 70 % sind Privatkunden. Bei der Vermarktung kommt ihm seine Berufserfahrung als Diplom-Kommunikationsdesigner zugute. 

"Einen Markt anzugehen, den es noch nicht gab, lockte mich als Herausforderung", sagt der heute 37-Jährige. Er sei damals der Einzige im norddeutschen Raum gewesen, inzwischen gebe es ein paar Nachahmer.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 43/2018 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben

Hinweis zur Nutzung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.