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Vor der Kulisse der Rader Hochbrücke und der Werft legen sich die Paddler ordentlich ins Zeug. Foto: Christiane Herrmann

Von der Elbmündung bei Brunsbüttel bis in die Kieler Förde verläuft die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Für die einen ist der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) ein Hindernis, für die anderen eine Abkürzung. Er ist eine Grenze, aber auch eine Verbindungsstrecke. Es kommt immer darauf an, in welche Richtung man sich bewegt oder welches Verkehrsmittel man nutzt. Auf jeden Fall bewegt der Kanal als wichtiger Teil der Infrastruktur in Schleswig-Holstein nicht nur die Güter, sondern auch oft die Gemüter.

"Und zack und zack und zack!", Trainer Gotthard Krieck gibt den Takt an, 14 Paddel stechen im gleichen Schwung ins Wasser, und der Drache kommt in Schwung. Die Drachenbootmannschaft des Sportvereins FTE Rendsburg nennt sich "die Nordlichter". Für sie sind die Gewässer der Eider und des NOK eine Sportarena, und hier trainieren sie unbeirrt bei jedem Wetter.

Heute ist es zum Glück sonnig, und das Drachenboot wird von der Kraft der 14 Paddler ohne nennenswerten Gegenwind durch das ruhige Wasser getrieben. "Normalerweise sitzt vorne ein Trommler, der den Takt vorgibt, aber das können wir den Anwohnern hier nicht bei jedem Training zumuten", erklärt Gotthard Krieck. So gleitet das gewaltige Drachenboot der Nordlichter fast lautlos hinaus aus der Obereider in die Richtung des Nord-Ostsee-Kanals. Keine Maschine, nur Muskelkraft sorgt dafür, dass das Boot Fahrt aufnimmt.

Hier beim Audorfer See vor der Rader Hochbrücke gehen NOK und Eider ineinander über, hier teilen sich die Sportler das Fahrwasser mit den ganz großen Pötten aus aller Welt. Doch dafür haben die Paddler im Drachenboot keinen Blick. Lediglich Trainer und Steuermann Krieck sorgt dafür, dass sie der Berufsschifffahrt nicht zu nahe kommen.

Mit im Boot sitzen auch drei Sportlerinnen, die mit dem Drachenboot quasi schon um oder besser in der ganzen Welt gefahren sind. Johanna Claußen, Dina Ehlbeck und Dörthe Wohlers treten für die deutsche Drachenbootnationalmannschaft an und haben in ihrer Altersklasse schon etliche Titel geholt. Johanna Claußen erzählt: "Die Weltmeisterschaft 2015 in Kanada war für mich der größte Erfolg!" Sie und ihre Schwester Dina Ehlbeck fuhren dort in der Altersklasse Ü60 in einem gemischten Drachenboot für Deutschland.

"Die Australier, die Kandier und die aus den USA, die sind ja ein bisschen drahtiger als wir, vor allem die Männer. Die lachen sich schon immer halb tot, wenn die Deutschen ankommen", meint sie schmunzelnd. Dina Ehlbeck ergänzt: "Zum Beispiel die Kanadier haben eine ganz andere Vorbereitung. Die bekommen bezahlten Urlaub für das Training und werden unterstützt."

Die deutschen Sportler trainieren ausschließlich in ihrer Freizeit und bezahlen die Reisen zu den internationalen Wettbewerben aus eigener Tasche. Kein Wunder, dass sie auf den ersten Blick unterschätzt wurden. Doch das sollte sich ändern. "Man fährt 2.000 Meter und startet im Abstand von 20 Sekunden. Wir waren als Letzte gestartet, und dann überholten wir die Amerikaner, und das relativ schnell! Dann sind wir irgendwie an die anderen vor uns rangekommen. Man kann das nur mitkriegen, wenn man ein Boot überholt oder wenn man ganz dicht rankommt", erklärt Johanna Claußen noch heute mit Begeisterung in der Stimme.

"Und das haben wir geschafft! Also den dritten Platz hatten wir auf alle Fälle, das wussten wir. Und dann gingen wir, um uns für die Siegerehrung umzuziehen. Als wir zurückkamen, schlug uns so eine Welle der Begeisterung entgegen: Ihr habt sie! Da haben wir um sechs Hundertstelsekunden das 2.000-Meter-Rennen gewonnen. Das war für mich das Größte!" – "Wenn einmal für einen selbst die Nationalhymne gespielt wird, das vergisst man nie. Das ist so ein Gänsehautgefühl!", sagt Dina Ehlbeck.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 42/2018 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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