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Der "Große Lichtblick" aus buntem Acrylglas zwischen Findlingen prägt von der Anhöhe aus das Gelände des Steinparks Warder. Foto: Tonio Keller

Die Boten der Gletscher sind aufgestanden. Aus der Erde kommen sie, ragen mächtig in die Höhe. Urwüchsig ist die Form der Findlinge, rau ihre Oberfläche. Doch es hat jemand behutsam Hand an sie gelegt, sie mit wachem Auge subtil bearbeitet. Es sind Werke des Künstlers Ben Siebenrock, der im Mai dieses Jahres gestorben ist. Im Steinpark Warder bleiben sie erhalten.

Viele kennen den Tierpark Warder, der alte Haustierrassen erhält. Weniger bekannt ist, dass es an der Ausfahrt der A 7 vor dem Rendsburger Kreuz auch einen Steinpark gibt – einen Landschaftspark mit Werken von Ben Siebenrock.

Tatsächlich fährt man, um zum Steinpark Warder zu gelangen, auf ein Werksgelände, nämlich das Kieswerk Peter Glindemann. Deswegen ist ein spontaner, unangemeldeter Besuch dort leider nicht möglich. Man könnte die Anlage als "Kunst am Straßenbau" bezeichnen. Schließlich passt hier ja Stein zu Stein, denn die Objekte stammen vielfach aus dieser und anderen Kiesgruben.

"Ben war eng befreundet mit der Familie Glindemann", erzählt Britta Hansen, die Ehefrau des Verstorbenen, die über 30 Jahre an seiner Seite lebte. Es ist ihr Herzensanliegen, dass seine Steinskulpturen der Öffentlichkeit zugänglich bleiben, seine Philosophie und Herangehensweise erklärt werden. Mit Unterstützung von Julia Voigtlaender von Stülpnagel bietet Britta Hansen deshalb Führungen im Steinpark an.

Zu bestimmten Ereignissen ist das Gelände allgemein geöffnet, etwa jüngst bei einem Konzert des Schleswig-Holstein-Musikfestivals, demnächst bei einer Lesung des Literatursommers am Freitag, 24. August, oder zum Erntedankfest am 7. Oktober. Längerfristig ist an bestimmte allgemeine Öffnungszeiten gedacht, etwa einmal an einem Sonntag im Monat.

Gleich wenn man durchs Tor kommt, fällt der "Große Lichtblick" ins Auge. Über 5 m hoch und an exponiertem Standort auf der sanften Anhöhe prägt er das Gelände. Es könnte ein archaischer Obelisk zum Zwecke der Astronomie oder der Sonnenanbetung sein. Tatsächlich fällt "gegen 18 Uhr das Sonnenlicht durch das Glas und bricht sich in farbigen Schatten", erklärt Britta Hansen.

Es war das erste Objekt auf diesem Platz, und es sollte der Beginn des Steinparks werden. 2009 hatte es Juniorchef Lars Glindemann seiner Mutter Elke zum Geburtstag geschenkt. In 14 Tagen wurde es mit Glindemann'scher Logistik aufgebaut. "Es war Millimeterarbeit", erinnert sich Britta Hansen. Die gesägten Findlinge der Säulen sind unterschiedlich hoch, doch oben erreichen sie exakt gleiche Höhe, um den Deckstein zu tragen.

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