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Auf dem weitläufigen Gelände des Oldenburger Wallmuseums, aber auch hier im Schaugarten zeigt Barbara Nehring der Besuchergruppe essbare Kräuter und gibt sie ihr zum Probieren. Foto: Tonio Keller

Kinder brauchen den Kontakt zur Natur und ein Wissen über unsere natürlichen Lebensgrundlagen. In Schule und Kindergarten sind die Möglichkeiten dazu oft begrenzt. Hier bieten sich außerschulische Lernorte an. Das Bauernblatt stellt einige vor, die das Qualitätszertifikat "norddeutsch und nachhaltig" (NUN) erworben haben. Heute: das Oldenburger Wallmuseum.

"Frühling ist es, wenn ich mit meinem Fuß auf sieben Gänseblümchen trete." Wenn dieser alte Spruch stimmt, dann ist jetzt Frühling im Wallmuseum in Oldenburg/Holstein. Solcherlei erzählt Barbara Nehring bei ihrem zweistündigen Rundgang mit dem Titel "Vergessene Pflanzenschätze neu entdecken", dazu auch mit Augenzwinkern so manches Abergläubische, aber natürlich vor allem, welche Kräuter man essen kann und welche Heilkräfte sie entfalten.

Und dabei handelt es sich keineswegs um seltene Pflanzen, sondern um solche, die man überall im heimischen Garten, im Wald oder am Wegesrand findet: das Gänseblümchen, den Löwenzahn, aber auch den allgegenwärtigen Giersch und die Brennnessel. ",Vergessene Pflanzenschätze' soll nicht ,seltene' bedeuten, sondern dass wir meist nichts mehr davon wissen", sagt Barbara Nehring. Seit zehn Jahren ist die Agrar-Ingenieurin bemüht, mit ihren Führungen dieses Wissen wieder aufleben zu lassen. "Ein Gänseblümchentrank verbessert das Hautbild, zum Beispiel für aknegeplagte Jugendliche."

"Sind das Butterblumen?", fragt eine Teilnehmerin. "Butterblumen werden im Volksmund alle gelben Frühjahrsblüher genannt", erklärt Nehring. "Dies ist Scharbockskraut. Es enthält viel Vitamin  C, und die Wurzelknöllchen wurden früher auf See mitgenommen, um Skorbut vorzubeugen, daher der Name", doch warnt sie: "Besonders Kinder sollen keine gelb blühenden Kräuter pflücken außer Löwenzahn, es gibt zu viele Verwechslungsmöglichkeiten mit giftigen Hahnenfußgewächsen, wie auch das Scharbockskraut eines ist." Auch dieses ist ab dem Erscheinen der Blüten giftig. Gute Kenntnis der Blätter und anderer Kennzeichen ist also wichtig.

Das Oldenburger Wallmuseum birgt neben den Dauerausstellungen die Nachbildung einer slawischen Siedlung mit einem Ringwall – daher der Name des Museums –, wie sie vor rund 1.000 Jahren unter dem Namen Starigard hier bestand. Es war neben Haithabu der wichtigste Handelsplatz im Norden. Schmied, Weberin oder "Holzmann", wie der Vorläufer des Tischlers und Zimmermanns damals hieß, zeigen dort heute altes Handwerk.

Unter zahlreichen Veranstaltungen gibt es Kräuterseminare, die NUN-zertifiziert sind. Unsere Führung heute ist öffentlich, die Teilnahme kostet zusätzlich zum Eintritt eine Gebühr von 2 €. Etwa ein Dutzend Leute haben sich angeschlossen, darunter Familie Rieck aus dem Harz, die gerade auf Fehmarn Urlaub macht. "Lotta interessiert sich sehr für Pflanzen", erklärt Vater Marco, und tatsächlich kommt die Fünfjährige immer wieder mit gepflückten Kräutern an und lässt sie sich von Barbara Neh­ring erklären.

Für dritte und vierte Grundschulklassen gibt es das vierstündige Angebot "1.000 Jahre Lebensmittel – von gestern für morgen lernen". Enthalten ist ein Quiz "Welche Gemüse gab es im Mittelalter?". Es werden alte Getreidesorten gezeigt wie Emmer, Einkorn oder Hirse, und es wird gemeinsam am Feuer gekocht, zum Beispiel Hirsebrei oder Brennnesselchips. Es wird erklärt, wie Lebensmittel haltbar gemacht wurden und werden.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 19/2019 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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