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Mit einbem symbolischen Knopfdruck gaben Adrian Willig (IWO), Hans-Detlef Feddersen (Bürgerwindpark Lübke-Koog), Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht, Bürgermeister Christian Nissen und der neue Arge-Netz-Geschäftsführer Stephan Frense (v. li.) den Startschuss für die Wind-Wärme-Modellregion im Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog. Foto: WuW/IWO/Julius Demant

Heizen mit Windstrom statt mit Öl, wenn dieser wegen Netzüberlastung droht, ungenutzt zu bleiben – das ist vereinfacht gesagt das Prinzip der bundesweit einmaligen Wind-Wärme-Modellregion in der Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog (FWL-Koog), die im Beisein von Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) eingeweiht wurde. In 13 Gebäuden wurden Ölhybridheizungen mit einem virtuellen Kraftwerk verbunden, das dafür sorgt, dass immer dann Wind­energie für die Wärmeversorgung vor Ort genutzt wird, wenn Abregelungen wegen Netz­überlastungen drohen.

Bereits auf der Fahrt zur Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog offenbarte sich erneut das große Ärgernis, dem man mit dem Modellvorhaben begegnen will: Bei einem makellos blauen Himmel und einer ordentlich steifen Brise standen die meisten der dort aufgestellten Windräder an diesem Tag still. Sie wurden im Zuge des Einspeisemanagements (Eisman oder Einsman) abgeregelt, weil das Netz den Grünstrom nicht aufnehmen kann. "2017 waren es 5.500 Gigawatt Erneuerbarer Strom, der abgeregelt wurde, davon 3.300 Gigawatt in Schleswig-Holstein. Das entspricht dem Stromverbrauch von einer Million Haushalte. Strom, der nicht hergestellt, aber trotzdem von den Verbrauchern mit über 600 Millionen Euro bezahlt wurde", erklärte ­Adrian Willig, Geschäftsführer des Hamburger Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO), bei der Einweihungsveranstaltung.

An diesem Punkt setzt nun das Modellvorhaben an, indem es Wind und Wärme sinnvoll miteinander verbindet. Dazu wurden in die Wärmespeicher der Ölheizungsanlagen elektrische Wärmeerzeuger eingebaut, die über das virtuelle Erneuerbare-Energien-Kraftwerk der Arge Netz in Echtzeit ferngesteuert werden. Bei den Elektrowärmeerzeugern konnten die Teilnehmer des Modellprojekts zwischen drei Varianten wählen: Einem Elektroheizstab als Einschraubheizkörper im wassergefüllten Wärmespeicher, einem Elektrodurchlauf-/Elektroumlaufheizer mit eigener Umwälzpumpe oder einer Strom-Wärmepumpe. Der hybride Aufbau der Heizungen ermöglicht es, gezielt ausschließlich den ansonsten abgeregelten Windstrom für die Wärmeerzeugung zu nutzen. Ist dieser nicht verfügbar, übernimmt die Ölbrennwertheizung wieder die Wärmeversorgung. Wie viel Erneuerbar erzeugter Strom in den Gebäuden zum Heizen eingesetzt werden kann und wie hoch die Einsparungen sind, soll nun in den nächsten zwölf Monaten ermittelt und gemessen werden.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 16/2019 unter der Rubrik "Erneuerbare Energien" und im digitalen Bauernblatt.

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