Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Mithilfe einer speziellen Software nimmt Kai Mommsen das Profil eines KWEA- Rotorblattes unter die Lupe. Foto: Lia Maria Lichtenberg

Eine Kleinwindenergieanlage entwickeln, optimieren und die dabei gewonnenen Erkenntnisse der Öffentlichkeit zugänglich machen - diesen vereinfacht dargestellten Ansatz verfolgt das Crosswind-Forschungsprojekt von Kai Mommsen und Achim Struve unter der Leitung von Prof. Torsten Faber am Wind Energy Technology Institute (WETI) an der Hochschule Flensburg.

Neu an dem Projekt ist die Open-Source (öffentliche Quelle)-Plattform, auf der die Forschungsergebnisse und Erkenntnisse des dreijährigen Projektes veröffentlicht werden sollen. "Für Kleinwindanlagen gibt es so etwas noch nicht", erklärt Kai Mommsen das Besondere an dem Vorhaben, das nächstes Jahr im Juni starten soll. Jeder könne die dargestellten Ergebnisse und Datengrundlagen auf einer Onlineplattform einsehen und nutzen. "Wir machen somit mit unserem Forschungsprojekt Crosswind eine Kleinwind­energieanlage für die Öffentlichkeit zugänglich", so Mommsen.

Anhand einer Referenzanlage werden in sechs Modulen die kleinwindanlagenspezifischen Komponenten unter die Lupe genommen, mit einer Design- und Simulationssoftware berechnet, in den verschiedenen Komponenten optimiert und laut der Projektbeschreibung passend auf die Referenzanlage ausgelegt. Zu diesen sechs Modulen, die zur Optimierung der KWEA ausgewählt werden können, gehören:

1.  das Material der Rotorblätter (Holz, glasfaserverstärkter Kunststoff GFK, carbonfaserverstärkter Kunststoff CFK, Aluminium),

2.  das Pitch-Konzept (aktives, passives oder kein Verstellen der Rotorblätter),

3.  die Frage nach einem aktiven oder passiven Windnachführmechanismus (Yaw-Konzept),

4.  das Antriebsstrang-Konzept mit oder ohne Getriebe,

5.  das Generator-Konzept mit der Frage nach synchron oder asynchron,

6.  das Turm-Konzept (Stahlrohrturm, Holz, Beton, rotierender Stahlturm, Gitterturm, abgespannter Turm). Auf diese Weise werde die Herstellung der Module für den Austausch der Referenzanlage ermöglicht, ohne die bereits existierende Zertifizierung zu beeinträchtigen. Jedes gewählte Modul beinhalte die Kosten und die entstandenen CO2-Emissionen, um die entsprechenden Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit und die Umwelt einzusehen. Der Fokus richtet sich bei der Optimierung auf Herstellungskosten, Wartung sowie den tatsächlichen Jahresertrag.

"Das bedeutet für uns, viel zu experimentieren, Daten zu erfassen, sie aufzubereiten und auszuwerten", sagt Kai Mommsen. Die aus den Experimenten gewonnenen technischen Informationen sowie Erkenntnisse zu Design, Standortbedingungen, Kosten, Ressourcenverbrauch, Einspeisung et cetera werden auf der eigens dafür eingerichteten Internetplattform veröffentlicht.

Im Zuge der Prototypenherstellung wollen Kai Mommsen und Achim Struve zudem die Verfahren zu Zertifizierung und Genehmigung einer Kleinwindenergieanlage in Deutschland und Dänemark miteinander vergleichen.

Ziel ist es, einen kostenoptimierten Prototypen zu bauen sowie ein Konzept zur Marktfähigkeit zu entwickeln, das die Kundenzufriedenheit mit einbezieht. In den letzten Monaten der Projektphase soll ein Business­plan aufgestellt werden, der nach Projektende Interessierten die Möglichkeit bietet, ein Start-up-Unternehmen zu gründen, das die neue Kleinwind­energieanlage plant, herstellt und verkauft sowie einen Kundenservice anbietet.

So ein Forschungsvorhaben kostet viel Geld. "Deshalb sind wir dabei, für die finanzielle Unterstützung des Projektes einen Forschungsantrag beim EU-Programm Interreg für die Programmregion 5a Deutschland-Dänemark, Förderzeitraum 2014 bis 2020, zu erstellen", erzählt Mommsen. Interreg, oder wie es offiziell heißt, die "europäische territoriale Zusammenarbeit", ist Teil der Struktur- und Investitionspolitik der Europäischen Union.

Seit mehr als 20 Jahren werden damit grenz­überschreitende Kooperationen zwischen Regionen und Städten unterstützt, die das tägliche Leben beeinflussen, zum Beispiel im Verkehr, beim Arbeitsmarkt und im Umweltschutz.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 42/2018 unter der Rubrik "Erneuerbare Energien" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben

Hinweis zur Nutzung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.