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Ende Juli wurde die für die Flexprämie geltende Obergrenze von 1.000 MW zusätzlich installierter Leistung bei bestehenden Biogasanlagen erreicht. Foto: Landpixel

Der flexible Deckel für den Ausbau von Biogaskapazitäten bei Bestandsanlagen ist ausgeschöpft. Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, wurde der Förderdeckel für flexibel bereitgestellte zusätzlich installierte Leistung zur Erlangung der Flexibilitätsprämie für bestehende Biomasseanlagen erreicht.

Laut der Behörde war im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Sommer 2014 eine Prämie für bestehende Biogasanlagen eingeführt worden, die zusätzlich installierte Leistung für eine bedarfsorientierte Stromerzeugung bereitstellen. Für diese Prämie galt eine Obergrenze von zusätzlichen 1.000 MW, die Ende Juli 2019 überschritten worden ist.

Wie die Bundesnetzagentur weiter erläuterte, haben Betreiber von Biomasseanlagen bis Ende November 2020 Zeit, um sowohl die Inbetriebnahme der zusätzlichen, flexiblen Leistung durchzuführen als auch die Registermeldung in das Marktstammdatenregister vorzunehmen. Nur wer beide Voraussetzungen erfüllt habe, könne die EEG-Flexibilitätsprämie in Anspruch nehmen.

Nach Einschätzung des Fachverbandes Biogas (FvB) geht ein fester Deckel für eine Flexibilitätsprämie in die falsche Richtung, da so das für die Energiewende nötige Engagement der Branche ausgebremst werde. Laut FvB-Geschäftsführer Dr. Stefan Rauh wirkt sich nun der "Fleiß der Branche negativ aus". Er wies darauf hin, dass mit dem Erreichen des Flexdeckels bei angeschobenen Flexibilisierungsprojekten nur noch 15 Monate verblieben, um die Vorhaben zu finalisieren und die Prämie noch erhalten zu können.

Neuprojekte werde es angesichts der langen Planungs- und Genehmigungszeit nicht geben, stellte Rauh fest. Der Deckel führe daher dazu, dass nur ein Bruchteil der möglichen flexibel nutzbaren Leistung bereitgestellt werde. Mit den aktuell installierten Kapazitäten der Biogasanlagen in Deutschland lassen sich laut dem Fachverband Biogas rund 5.000 MW gesicherte Leistung produzieren. Um die Stromerzeugung systemdienlich an den Bedarf anzupassen, würden davon 1.000 MW als flexible Pufferleistung vorgehalten. Damit liegt die sogenannte Bemessungsleistung der Biogas­anlagen bei etwa 4.000 MW.

Bei einer konsequenten Flexibilisierung könnte die Biogasbranche allerdings mit diesen 4.000 MW eine Pufferleistung in Höhe von mindestens 6.000 MW beitragen, sprich eine gesicherte Leistung von insgesamt mindestens 10.000 MW bedarfsgerecht zur Verfügung stellen - und das ohne den Substratinput zu erhöhen. Diese zusätzliche flexible Leistung, die der Flexdeckel nun ausbremst, könnte rund fünf Kohlekraftblöcke ersetzen. "Mit der Deckelung der Flexibilisierung wird also wieder eine Chance verpasst, den essenziellen Beitrag von Biogas zur Energiewende und zum Klimaschutz auch künftig zu erhalten", kritisiert Rauh.

Der Verband schlägt daher vor, den Flexdeckel entweder ganz zu streichen oder zumindest deutlich zu erhöhen. Darüber hinaus plädiert er für eine Optimierung der Auszahlungsmodalitäten, sodass auch Anlagen, deren EEG-Vergütung in weniger als zehn Jahren ausläuft, in der Flexibilitätsprämie einen Anreiz zur Flexibilisierung sehen könnten.

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