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Zum vierten mal fand der Windbranchentag in Husum statt. Die Apelle an die Politik haben sich zu den Vorjahren kaum verändert. Foto: Iris Jaeger

Wind.Kraft.Europa – unter dieser Überschrift stand der diesjährige Windbranchentag in Husum, der mit mehr als 600 Teilnehmern einen neuen Besucherrekord verzeichnete. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen der da noch bevorstehenden Europawahl, die sich im Nachhinein als Klimawahl bestätigte. Die Windbranche im Land nutzte die Veranstaltung aber auch, um erneut ihren Unmut an der Energiepolitik des Landes und des Bundes zu äußern. Ihr dringender Appell an die Politiker lautete: "Handelt endlich!"

Für Marcus Hrach, Landesgeschäftsstellenleiter des Bundesverbands WindEnergie (BWE) Schleswig-Holstein, hatte der 4. Windbranchentag etwas von einem Murmeltiertag. Die Problembenennung und Forderungen an die Politik der gesamten Wind­energiebranche unterschieden sich kaum noch von denen der Vorjahre. Dieselben Appelle, Verweise, aber auch Lösungsvorschläge. Doch hat sich nur wenig getan. Im Gegenteil, die Regionalplanung geht in eine weitere Verlängerung ebenso wie das Moratorium. Der Ausbau der Windenergie steht still, die gesetzten Energiewendeziele drohen nicht nur auf Bundes-, sondern auch auf Landesebene verfehlt zu werden. Genehmigungsverfahren dauern zu lange, die überbordende Bürokratie und zunehmend hemmender Artenschutz auch für Bestandsanlagen stellen Betreiber und Projektierer vor immer größer werdende Hindernisse.

"Sinnbildlich fühlen wir uns, als würden wir einen Stein den Berg hochschieben und der Gipfel, das Ziel liegt total im Nebel. Wir wissen nicht, wie weit wir diesen Stein noch schieben müssen", fasste Torsten Levsen, Vorstandsvorsitzender der Denker & Wulf AG Sehestedt, die Gefühlslage aus Sicht der Praktiker der Branche zusammen. "Wir stellen in der Praxis eine massive Zunahme an Anforderungen fest, die an uns gestellt werden. Vielfach unter dem Deckmantel Akzeptanz. Wenn ich an die Regionalpläne denke, hat uns das doch massiv zurückgeworfen. Und auch andere Themen wie LAI, die Diskussion mit dem Naturschutz et cetra erschweren es uns, unsere Projekte vernünftig und zielgerichtet umzusetzen", ergänzte Claas Arlt, Geschäftsführer vom Dirkshof in Reußenköge. "Darüber hinaus verhindert eine veraltete Abgabenpolitik die Sektorenkopplung, undurchsichtige Förderungen mit Steuergeldern lassen die alten Energieträger immer noch günstig erscheinen. Restriktive Gesetze behindern die Grünstromvermarktung. Bürgerbeteiligungsverfahren werden zur Farce, zur Verhinderungseinheit", benannte Horst Leithoff, BWE-Landesvorsitzender, weitere altbekannte Probleme: "Seit vielen Jahren plant die Landesregierung den Ausbau der Wind­energie, ausgerechnet die privilegierte Beteiligung der Gemeinden brachte die Regionalplanung zu Fall. Unglückliche Abstandsversprechen im letzten Wahlkampf erschweren die Ausweisung der Flächen zusätzlich.

Was die Branche bisher als Ergebnis sieht, ist eine erneute Verlängerung des Moratoriums. Das ist kein starkes ­Signal pro Erneuerbare Energien und für Schleswig-Holstein. Vor allem aber ist das kein starkes Signal für den Klimaschutz", so Leit­hoff. Die Branche brauche schnelle, rechtssichere Genehmigungen, eine zügige Erteilung von Ausnahmegenehmigungen während des Moratoriums, eine Verschlankung von Genehmigungsprozessen mit kurzen Anhörungsfristen für Behörden und andere Träger öffentlicher Belange. Sie brauche Mut zu neuen Planungen mit neuen, leistungsstarken Wind­energieanlagen und realisierbare, planungssichere Flächen. Sonst drohe das energiepolitische Ziel Schleswig-Holsteins auf der Strecke zu bleiben.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 22/2019 unter der Rubrik "Erneuerbare Energien" und im digitalen Bauernblatt.

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