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Das Team der Gewässerschutzberatung auf einem Schlag von Jan Lausen, der mit der Gülledepotdüngung arbeitet. Foto: Dr. Lars Biernat

In Schleswig-Holstein sind die Regionen der Milch- und Biogaserzeugung durch hohe Anbauanteile von Silomais in den Fruchtfolgen gekennzeichnet. Der zeitliche Verlauf der Nährstoffaufnahme sowie der Ertragsbildung unterscheidet sich beim Mais deutlich von anderen Kulturen. Die ersten Wochen nach der Saat sind durch eine vergleichsweise zögernde Jugendentwicklung gekennzeichnet, während mit zunehmender Bodenerwärmung ein besonders intensives Massenwachstum der Bestände einsetzt. Die Maisdüngung muss diesen besonderen Anforderungen an Menge, Verfügbarkeit und Platzierung von Düngemitteln angepasst werden.

Die Stickstoffaufnahme von Mais ist aufgrund der weit in den Spätsommer reichenden Vegetationszeit recht gut an die Stickstoffmineralisation im Boden angepasst. Die Hauptstickstoffaufnahme von Mais deckt sich mit dem Zeitraum der größten Bodenmineralisationsrate, weshalb insbesondere organische Düngemittel sehr gut verwertet werden können. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Gülleausbringung verlustarm und nicht zu früh im Jahr erfolgt, sodass der umgesetzte Stickstoff den Pflanzen im Spätsommer noch zur Verfügung steht.

Insbesondere in den typischen Maisanbauregionen Schleswig-Holsteins fallen erhebliche Mengen an Wirtschaftsdüngern an, deren effiziente Ausnutzung für den Gewässerschutz maßgeblich ist. Besonders auf den leichten Böden der Geest, die eine geringe Sorptionsfähigkeit von Nährstoffen und Wasser aufweisen, lassen sich N-Verluste über das Sickerwasser durch einen effizienten Wirtschaftsdünger- und gleichzeitig angepassten N-Mineraldüngereinsatz weiter reduzieren.

Aufgrund der langsamen Jugendentwicklung von Mais ist für ein ausreichend wasserlösliches Phosphatangebot im Wurzelbereich der Maispflanzen zu sorgen. Durch sein vergleichsweise schlechtes Phosphataneignungsvermögen hat sich in der Praxis der Einsatz mineralischer N/P-Unterfußdünger etabliert. So kann den Ansprüchen der jungen Maispflanzen an eine vergleichsweise hohe Phosphatkonzentration im Wurzelraum entsprochen werden. Über die gängigen mineralischen Unterfußdüngemittel wie beispielsweise NP 20/20 oder DAP werden große Nährstoffmengen in die Betriebe importiert. Diese können die Nährstoffbilanzen von Futterbaubetrieben erheblich belasten. Insbesondere auf Schlägen mit Silomais in Selbstfolge hat der jährliche Einsatz von Wirtschaftsdüngern in Kombination mit N/P-Unterfußdüngern auf einigen Betrieben zu einer erhöhten Phosphatbodenversorgung geführt.

Es wird deutlich, dass die Anwendung der Wirtschaftsdünger die mineralische N- und P-Unterfußdüngung begrenzen kann, denn über die Gülledüngung wird sowohl der N- als auch der P-Bedarf von Mais nahezu gedeckt. Unterstellt man eine Bodenversorgung von mehr als 25 mg P2O5/100 g Boden, darf gemäß Düngeverordnung nur die voraussichtliche Phosphatabfuhr gedüngt werden. Diese würde auf Basis des dargestellten Beispiels rechnerisch etwa 75 kg P2O5/ha betragen. Unter der Annahme einer typischen Rindergülle mit 3,5 kg Gesamt-N und 1,6 kg P2O5 und einer Anrechnung in Höhe von 70 %, bezogen auf den Gesamt-N Gehalt der Gülle, werden über die im Beispiel angenommenen 40 m3 Gülle 98 kg/ha N und 64 kg/ha P2O5 appliziert und damit der größte Anteil (rund 90 % des P2O5-Bedarfs/ha) bereits gedeckt. Bei zusätzlicher Verwendung von mineralischen Unterfußdüngemitteln wie DAP oder NP 20/20 würde der P2O5-Bedarf von Mais überschritten. Bei der Maisselbstfolge mit dem derzeit typischen Düngesystem zu Mais wäre das Einhalten der Vorgaben der Düngeverordnung in Bezug auf die Bilanzen unmöglich.

Damit rücken alternative Düngeverfahren wie die Gülledepotdüngung und das Strip-Till-Verfahren, die den vorhandenen Wirtschaftsdünger effizient nutzen und insbesondere Phosphat wurzelnah zur Verfügung stellen, noch stärker in den Fokus. Das im Rahmen der Maisdüngung über Jahre etablierte Standardverfahren "breitflächige Gülleausbringung in Kombination mit einer mineralischen Unterfußdüngung" muss aufgrund des Nährstoffaufkommens aus Wirtschaftsdüngern in den Betrieben hinterfragt werden.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 51/2018 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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