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Ziel der funktionellen Klauenpflege ist die Wiederherstellung einer ausgeglichenen Belastung der Klaue. Foto: Dr. Ole Lamp

Dritthäufigste Abgangsursache in deutschen Milchviehbetrieben sind Klauen- und Gliedmaßenerkrankungen. Zwischen 30 und 69 % der deutschen Milchkühe erkranken jährlich an ihren Klauen und Gliedmaßen. In der Wahrnehmung der Tierhalter nehmen die Klauenerkrankungen sogar den größten Platz ein, wenn es um Probleme in ihren Beständen geht. Um das Thema erfolgreich anzugehen und nicht nur die schlimmsten Fälle zu reparieren, muss man die Klauengesundheit aber strategisch planen.

Die Kosten für die Behandlung und den Leistungsabfall (unter anderem durch Milchverlust, verlängerte Zwischenkalbezeit) sind hoch. Exemplarisch beziffert wurde dies für das Klauengeschwür mit Kosten zwischen 300 und 600 € für den Milchviehhalter. Nicht bezifferbar sind die Schmerzen, die die Tiere aufgrund von Störungen an ihrem Bewegungsapparat aushalten, häufig über Wochen und Monate, da Lahmheiten oft so lange andauern. Diese finanziellen und Tierwohlaspekte sind Grund genug, um die Klauengesundheit im Betrieb strategisch anzugehen.

Der ICAR-Atlas der Klauengesundheit

Unterstützen kann dabei unter anderem auch der neue Klauen­atlas des ICAR. ICAR ist eine internationale Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Entwicklung und Verbesserung der Leistungsdatenerfassung und Zuchtwertschätzung bei landwirtschaftlichen Nutztieren zu fördern.

Klauenexperten aus der ganzen Welt haben in diesem Atlas die 16 bekannten Veränderungen an Klaue und Gliedmaßen der Kuh mit einer kurzen Beschreibung und bestens illustrierendem Bildmaterial zusammengetragen. Manche Veränderungen, wie zum Beispiel die Sohlenblutung, sind noch mal aufgeteilt nach Art der Blutung (flächenhafte oder umschriebene Sohlenblutung). Alles in allem zählt der Atlas damit 27 Veränderungen auf und versieht sie mit einer Codierung zur Dokumentation.

Digitalisierung von Klauengesundheit

In einschlägigen Herdenmanagementsystemen, wie zum Beispiel "Herde plus" der Firma dsp-Agrosoft GmbH, sind diese Codierungsschlüssel schon eingepflegt. Klauenpfleger und Tierärzte können ihre Befunde in dem Softwareprogramm "KLAUE" einarbeiten. Die erhobenen Daten können von Landwirten sowie dem Betreuungspersonal ganz vielfältig genutzt werden. An einem nächsten Schritt arbeitet der Forschungsverbund KLAUENfitnet: Viele Experten forschen hier unter anderem mithilfe der oben erwähnten Daten an einem digitalen Betriebshelfer zur Früherkennung von Lahmheiten.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 1/2019 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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