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Ist für jedes Tier der Gruppe mindestens eine volle Fressplatzbreite (mindestens 70 cm) vorhanden, ist ein hohes oder vorgeschobenes Nackenrohr eine ausreichende Begrenzung (rechter Stallbereich). Ist das Angebot an Fressplätzen aber knapper, da mehrere Reihen von Liegeboxen dahinterliegen (linker Stallbereich), können Fressgitter zumindest das Verdrängen Rangniederer am Futtertisch vermindern. Ein Risiko für geschwächte Tiere bleibt das ungünstige Tier-Fressplatz-Verhältnis dennoch. Foto: Dr. Ole Lamp

Immer wieder berichten Landwirte auf der einen Seite von deutlichen Steigerungen in der Milchleistung und der allgemeinen Fitness der Herde, wenn sich im Rahmen einer Stallerweiterung oder einer Abstockungsmaßnahme eine geringere Belegungsdichte in der melkenden Herde ergeben hat. Auf der anderen Seite schleichen sich bekanntlich die Folgeprobleme einer Überbelegung erst langsam mit steigender Tierdichte ein und werden seltener wahrgenommen. Die Frage, welche Effekte eine veränderte Aufstallungsdichte auf Milchkühe hat, beschäftigt die Wissenschaft seit etlichen Jahren. Der aktuelle Stand der Forschung soll im Folgenden zusammengefasst werden.

Vorab ist jedoch ein Blick auf das Normalverhalten unserer Kühe nötig.

Rinder sind bekanntlich Gewohnheitstiere, die einen verlässlich strukturierten Tag zu schätzen wissen: Von den 24 Stunden des Tages braucht eine Kuh heute rund sechs bis sieben Stunden für die Futteraufnahme. Das anschließende Wiederkäuen des Futters nimmt im Mittel acht bis neun Stunden des Tages ein und sollte vorwiegend im Liegen erfolgen. In den restlichen knapp zehn Stunden erfolgen das ruhende Liegen ohne Wiederkäuen und die weiteren Aktivitäten im Stehen wie Wasseraufnahme, Kontaktaufnahme zu anderen Kühen und das Melken (4,7 Stunden). Somit bringt die Kuh knapp 60 % ihrer Tageszeit mit Futteraufnahme und Wiederkäuen zu und verbringt knapp die Hälfte des Tages im Liegen (Grothmann, 2015). Jede Haltungsform sollte diesen Bedürfnissen gerecht werden, um den Kühen ein stressarmes Leben zu ermöglichen.

Der wichtigste Faktor dabei ist aber immer noch die Tatsache, dass es sich bei der Kuh um ein Herdentier handelt, das auch im Stall seinen Tagesablauf nach dem Taktgeber Mensch (Melken, Füttern, andere Routinetätigkeiten) und der Herde ausrichtet (Sambraus und Steiger, 1997). So ist es fest in der Natur der Kuh angelegt, dass sie anderen Herdenmitgliedern folgt. Streben diese zum Futter oder Wasser, folgen oft mehrere andere zügig nach. Besonders deutlich wird dies in größeren Räumen oder auf größeren Flächen: Beschließt ein Teil der Herde, zum Beispiel einen Weidebereich oder Auslauf zu verlassen, folgen viele andere Tiere nach und erheben sich dafür sogar aus der Ruhelage, um den Anschluss an die Hauptgruppe nicht zu verlieren.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 18/2019 unter der Rubrik "Betriebsführung" und im digitalen Bauernblatt.

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