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Wenn die Silage vor Ende der Reifezeit von sechs bis acht Wochen geöffnet werden muss, ist die Erzeugung von Ballensilage eine Alternative. Foto: Dr. Johannes Thaysen

Aufgrund der Trockenheit im Sommer 2018 sind viele Betriebe in Schleswig-Holstein futterknapp. Es zeichnet sich daher ab, dass in diesen Betrieben die Silos mit den Aufwüchsen der Grassilage 2019 frühzeitig geöffnet werden müssen. Deshalb ist es ratsam, vor der Ernte über Maßnahmen zum Umgang mit dieser Situation nachzudenken, um etwaige zusätzliche Verluste zu vermeiden.

Der Gärprozess bei der Silagebereitung beruht auf einer Milchsäuregärung unter Luftabschluss. Ziel ist eine rasche Ansäuerung, denn dadurch kann die unerwünschte Vermehrung von Gärschädlingen unterdrückt werden. Das bei dem Gärprozess gebildete Kohlendioxid wirkt ebenfalls hemmend auf die Gärschädlinge. Ein zu frühes Öffnen führt jedoch zu einem vorzeitigen Austausch des Kohlendioxids mit Sauerstoff, der noch laufende Gärprozess wird unterbrochen. Hiervon profitieren vor allem Hefepilze, aber auch Schimmelpilze. Die Hefen verursachen durch Abbau des Restzuckers die gefürchtete Nacherwärmung bei der Entnahme. Die dabei stattfindende Wärmebildung bedeutet erhebliche Energie- und Trockenmasseverluste. Bestimmte Hefetypen bauen neben Zucker auch organische Säuren ab, wie zum Beispiel Milchsäure. In der Folge steigt der pH-Wert der Silage wieder an. Dies fördert neben Schimmelpilzen auch einen verstärkten Eiweißabbau, stets verbunden mit einer Reduzierung der Eiweißqualität.

Das Ausmaß dieser Prozesse hängt neben der erzielten Verdichtung und der Gärdauer in einem hohen Maße auch vom Vorschub ab. Hefepilze werden durch Gehalte von zirka 2 bis 2,5 % Essigsäure in der Trockenmasse in ihrer Vermehrung eingedämmt. Die Essigsäure wird im optimalen Gärverlauf von heterofermentativen Milchsäurebakterien (MSBhe) auf Basis des Stammes Lactobacillus buchneri gebildet. Jedoch findet die Produktion in diesem Fall erst im späteren Gärverlauf statt, sodass die gewünschte Konzentration häufig erst nach einer Siloreifezeit von sechs bis acht Wochen erreicht wird. Neuere Produktentwicklungen, die zusätzlich den Lactobacillus diliovorans enthalten, ermöglichen jedoch auch ein früheres Öffnen des Silos. Je nach betrieblicher Situation sind verschiedene Strategien zur Optimierung der Futterqualität bei der Grassilierung im Hinblick auf eine Verkürzung der Siloreifezeit denkbar.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 25/2019 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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