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Der Ferkelschutzkorb ist bei 90 % der Ferkelerzeuger die Standardaufstallung im Abferkelbereich. Fotos: Dr. Onno Burfeind

In der freien Abferkelung wird die Sau zu keinem Zeitpunkt fixiert.

Gesellschaftlich und politisch wird immer wieder der Ruf nach mehr Bewegung für Sauen in der Abferkelbucht laut. Vorangetrieben wurde die Diskussion durch das Magdeburger Urteil, welches die üblichen Kastenstandbreiten von 65 und 70 cm im Deckzentrum für nicht ausreichend hält. Die Notwendigkeit, die Haltung der Sauen im Deckzentrum neu zu regeln,führte dazu, dass in diesem Zuge die Haltungsbedingungen von Sauen in der Abferkelbucht ebenfalls diskutiert werden. Ob diese nun zugleich mit dem Deckzentrum überarbeitet werden sollen, ist derzeit noch in der Schwebe. Im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wird an einem entsprechenden Verordnungsentwurf für die Änderung der Tierschutznutztierhaltungsverordnung gearbeitet.

Das Standardverfahren in der Haltung von säugenden Sauen ist die Aufstallung in einer Abferkelbucht, die mit einem Ferkelschutzkorb ausgestattet ist. In einer aktuellen Umfrage der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein gaben 88,6 % der teilnehmenden Ferkelerzeuger an, die Sauen in der Abferkelbucht in einem Ferkelschutzkorb zu halten. Wie der Name bereits sagt, ist die Sau in diesem Korb über die Phase, in der sie ferkelführend ist, in einem Ferkelschutzkorb fixiert, um die Erdrückungsverluste zu minimieren. Die große Differenz im Körpergewicht von Mutter und Jungtieren beim Schwein ist bei den Haussäugetieren einmalig, weshalb das Erdrücken der Jungtiere nur bei Schweinen von Bedeutung ist. Der Ferkelschutzkorb soll die Sau beim Hinlegen und bei Positionswechseln im Liegen führen, um Saugferkelverluste durch Erdrücken zu reduzieren.

Bereits heute werden die Sauen spätestens ab vier Wochen nach der Besamung bis eine Woche vor dem errechneten Abferkeltermin in Gruppen gehalten. Dies ist in der Tierschutznutztierhaltungsverordnung vorgeschrieben. Vielfach wird gefordert, den Sauen auch in der Abferkelbucht mehr Bewegung zuzugestehen. Dadurch sind neue Abferkelbuchten auf den Markt gekommen, die diese Forderungen erfüllen sollen. Man unterscheidet hierbei die Bewegungsbucht von der Bucht zur freien Abferkelung. 

Eine Bewegungsbucht ist nach wie vor mit einem Ferkelschutzkorb ausgestattet, ermöglicht eine flexible Fixierung der Sau und bietet der Sau im geöffneten Zustand mehr Bewegungsfreiheit. In dieser Bucht kann die Sau wie bisher über den Zeitraum der Geburt fixiert werden, und der Korb bleibt in der Regel die ersten vier bis sieben Tage geschlossen, weil dies die Phase ist, in der die meisten Erdrückungsverluste zu verzeichnen sind. Eine Bucht zur freien Abferkelung ermöglicht der Sau während der gesamten Zeit im Abferkelbereich Bewegungsfreiheit. Jedoch besteht in Abferkelbuchten zur freien Abferkelung keinerlei Möglichkeit, die Sauen zu fixieren. 

Einige Hersteller sehen lediglich eine Notfixation der Sau für Behandlungsmaßnahmen vor. Die Sau kann sich somit die Position für die Geburt und das Säugen frei aussuchen. Dies kann zu Schwierigkeiten bei der Geburtsüberwachung und der Geburtshilfe führen. In diesen Buchten sind Bügel oder Abliegebretter vorgeschrieben, die den Ferkeln an jeder Wand Fluchtmöglichkeiten bieten. 

Neben diesen produktionstechnischen Schwierigkeiten ist in jedem Fall auch mit einem höheren Verletzungsrisiko für die Tierbetreuer zu rechnen. Sauen, die in der Gruppenhaltung während der Trächtigkeit keine Probleme machen, können als ferkelführende Sau durchaus gefährlich werden, wenn sie nicht in einem Ferkelschutzkorb stehen.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 43/2018 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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