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Ein Bündnis mit Beteiligung der norddeutschen Landesbauernverbände und des Deutschen Bauernverbandes fordert eine aktive Bestandsregulierung des Wolfs sowie unbürokratische Entschädigungszahlungen bei Weidetierrissen (v. li.): Werner Schwarz, Martin Lüdeke, Dr. Manfred Leberecht, Jörn Ehlers und Udo Hemmerling. Foto: Dr. Robert Quakernack

Die nördlichen Landesbauernverbände, der Deutsche Bauernverband (DBV) und das Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement machen Druck. Sie übergaben den Landesressortchefs am Rande der Umweltministerkonferenz in Hamburg eine Resolution mit Forderungen zum Umgang mit dem Wolf. Sie sehen die Weidetierhaltung in Gefahr. Zudem nehme das Unbehagen der ländlichen Bevölkerung aufgrund immer häufigerer Wolfssichtungen auch im Siedlungsbereich zu.

Martin Lüdeke, Präsident des Bauernverbandes Hamburg, ist Rinderhalter. Gut zu schlafen falle ihm aus Sorge um seine Tiere zunehmend schwer. Er spricht sich für eine Regelung wie in Frankreich oder Schweden aus, wo es ein aktives Wolfsmanagement mit einfacheren Entnahmemöglichkeiten als in Deutschland gebe. "Wir brauchen wolfsfreie Areale", nannte Lüdeke eine weitere Forderung. Dies sei zum Beispiel in Deichregionen oder in urbanen Gebieten wie Hamburg notwendig.

Udo Hemmerling, stellvertretender DBV-Generalsekretär, erklärte, dass eine Lösung beim Wolfsmanagement nur mit der Aufnahme des Raubtiers ins Jagdrecht einhergehen könne. "Die Menschen sind verunsichert", berichtete Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen. Viele stellten sich die Frage, ob der Tourismus in ländlichen Regionen noch eine Zukunft habe. Die jährlich um 30 % wachsenden Wolfspopulationen erforderten "tatsächliches Handeln" und nicht nur ein passives Monitoring dessen, was passiert. Es sollten nicht nur auffällige Wölfe geschossen werden dürfen. Ziel müsse sein, dass die Tiere die Scheu vor dem Menschen zurückgewinnen.

Dr. Manfred Leberecht, Vizepräsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, stellte klar: "Es gibt keine Wolfspopulation mit Deutschlandfahne." Es passe daher nicht, dass der Wolf in Deutschland einen höheren Schutz genieße, als in anderen europäischen Ländern wie Frankeich.

Voraussetzung für eine Anpassung des Schutzniveaus ist das Erreichen eines guten Erhaltungszustands. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) erklärte, dass man davon in Deutschland bald ausgehen könne. "1.000 adulte Tiere sind die Richtgröße", so Backhaus. Werner Schwarz, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, wies daraufhin, dass bereits 1.000 bis 1.300 Wölfe in Deutschland lebten. "Bei einer Wachstumsrate der Population von 30 % müssen Sie jetzt aber Gas geben", betonte er in Richtung Backhaus und seiner Umweltministerkollegen.

Jan Philipp Albrecht (Grüne), Umwelt- und Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, wies darauf hin, dass er die Entscheidung zum Abschuss des Wolfs GW924m getroffen habe. Damit die Entnahme bald gelinge, wolle er die Vorgaben dazu anpassen. Wolfsfreien Gebieten erteilte er jedoch eine Absage. Das sei aufgrund von EU-Recht nicht möglich. Auch hier hielt Schwarz dagegen. Er erklärte: "Gesetze sind menschengemacht und daher könnten sie auch von Menschen verändert werden. Dahinter darf sich kein Politiker verstecken!"

Ein Videointerview mit Martin Lüdeke finden Sie HIER.

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