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Agrarressortchefin Julia Klöckner (CDU) präsentiert die Kriterien des staatlichen Tierwohllabels. Foto: bmel

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat jetzt offiziell die Kriterien für das freiwillige staatliche Tierwohllabel vorgestellt. Die Agrarressortchefin hob dabei am vergangenen Mittwoch in Berlin hervor, dass die insgesamt 13 zu erfüllenden Kriterien "sehr anspruchsvoll" seien und allesamt deutlich über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgingen.

Anders als bei der Haltungskennzeichnung des Handels wird laut Klöckner die gesamte Spanne von der Geburt bis zur Schlachtung einbezogen. "Die Verbraucher werden an dem Siegel auf den ersten Blick erkennen, dass mehr Tierwohl im Produkt steckt", so die Ministerin. Das dreistufige Tierwohllabel wird zuerst bei Schweinen eingeführt; später sollen Geflügel und möglicherweise andere Tierarten folgen. Der ressortabgestimmte Gesetzentwurf sei zur Notifizierung in Brüssel vorgelegt, und erste Produkte würden 2020 auf den Markt kommen, sagte Klöckner.

Kritikern des freiwilligen Systems entgegnete sie, dass "keiner gezwungen werden kann, über dem gesetzlichen Standard zu produzieren"; das System setze auf freiwillige Mehrleistungen, die vom Verbraucher honoriert werden sollten. Die CDU-Politikerin erklärte, dass mit dem Tierwohllabel auch die regionale Produktion erhalten werden solle. Dafür brauche es eine "realisierte Zahlungsbereitschaft" und mehr Wertschätzung der Verbraucher für solche Produkte. "Die Mehrkosten für mehr Tierwohl kann nicht alleine der Tierhalter tragen. Wir Verbraucher sind gefragt, unseren Wünschen nach mehr Tierwohl beim Einkauf auch Ausdruck zu verleihen", betonte die Ministerin. Für die Einführungsphase des Labels ist eine mehrjährige Informationskampagne geplant, für die etwa 70 Mio. € im Bundeshaushalt vorgesehen sind.

Heftige Kritik an der staatlichen Tierwohlkennzeichnung kam von der Opposition sowie von Biound Tierschutzverbänden. Moniert wird vor allem die fehlende Verpflichtung einer generellen Haltungskennzeichnung, zu schwache Anforderungen in der Eingangsstufe und das Fehlen einer eigenen Tierwohlstufe für Bioware.

Alle Kriterien für das staatliche Tierwohlkennzeichen für Schweine im Vergleich zum gesetzlichen Mindeststandard finden Sie hier.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 7/2019 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

 

 

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