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Wenn Wölfe mehrfach sogenannte wolfssichere Zäune überwinden, ist eine Entnahme grundsätzlich möglich. Foto: imago

Mehrere Rissvorfälle hinter wolfssicheren Zäunen sind zuletzt in Hemdingen und Bilsen, Kreis Pinneberg, gemeldet worden. Derzeit überprüft das Kieler Landwirtschaftsministerium (Melund), ob es sich bei dem Verursacher um einen Wolf handelt. Nach Ministeriumsangaben wurden die ersten Schritte zur Überprüfung der Risse eingeleitet.

Die drei Zäune seien vorbildlich und wolfssicher aufgebaut worden, sodass vonseiten der Halter alles im Sinne der Wolfsprävention geleistet wurde. Es deute vieles darauf hin, dass es sich um Wolfsrisse handelt. Damit würde aufgrund der mehrfachen Überwindung wolfssicherer Zäune die Ausnahmeregelung im Naturschutzgesetz greifen, nach der ein Antrag auf Abschuss des Wolfs gestellt werden könne.

"Da es sich beim Wolf um eine streng geschützte Art handelt, brauchen wir dafür einen sicheren Nachweis, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat", sagte der Minister Jan Philipp Albrecht (Grüne). Die wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse werden laut Melund in ein bis zwei Wochen erwartet und lassen sich aus technischen Gründen nicht weiter beschleunigen. Grundsätzlich steht der Wolf in der gesamten EU unter strengem Artenschutz. Wölfe, die lernen, wolfssichere Zäune zu überwinden gelten jedoch als sogenannte Problemwölfe, bei denen ein Antrag auf Abschuss gestellt werden kann.

Entnahme möglich

"Bei dem vorliegenden Verdacht ist die vorgefundene Sachlage ziemlich klar, und wir stellen uns im Falle eines Wolfsnachweises auf einen solchen Antrag ein", so Albrecht. Problemwölfe sind nicht nur für die Nutztierhalter ein Problem. Wölfe, die sich auf Nutztiere spezialisieren, gefährden aus Sicht des Ministeriums auch das Ziel des Artenschutzes, die Koexistenz von Wolf und Mensch in der Kulturlandschaft zu erreichen.

Wolfssichere Zäune werden in aller Regel nicht überwunden und sind daher aus Sicht von Albrecht auch weiterhin die beste Präventionsmaßnahme gegen Wolfsrisse. Sie böten jedoch keinen 100%igen Schutz, weshalb es auch die Ausnahmeregelung für den Abschuss von Problemwölfen gebe. Aus diesem Grund habe das Melund hierfür klare Kriterien und Verfahren festgelegt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, werde ein entsprechendes Verfahren gemeinsam mit allen Beteiligten zügig und rechtssicher durchgeführt.

Zaun überwunden

Am 28. Dezember kam es in Hemdingen hinter einem 108 cm hohen und damit wolfssicheren Flexinetzzaun mit 8.500 V zu drei verletzten Schafen, von denen zwei später euthanasiert werden mussten. Am 2. Januar kam es zu zwei Vorfällen in Bilsen. Beide Fälle fanden ebenfalls hinter einem 108 cm hohen Flexinetzzaun mit 8.500 V statt. Im ersten Fall wurde ein Schaf verletzt, das später euthanasiert werden musste. Im zweiten Fall wurde das Schaf verletzt.

Sollte ein Antrag auf Entnahme gestellt und genehmigt werden, können die Antragsteller laut Melund einen Jagdscheininhaber für ein begrenztes Gebiet und einen bestimmten Zeitraum mit der Tötung des Wolfs beauftragen.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 2/2019 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

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