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Ein Wolf soll künftig bereits geschossen werden dürfen, wenn er "ernste landwirtschaftliche Schäden" verursacht. Foto: landpixel

Beim Umgang mit dem Wolf ist eine neue Dynamik in die Diskussion gekommen, und das von oberster Stelle. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) will mit einer "Lex Wolf" die Entnahme auffälliger Wölfe erleichtern. Das sagte die Ministerin gegenüber der "Bild am Sonntag" am vorigen Wochenende. Danach will sie sich für den Abschuss von Wölfen starkmachen, wenn diese mehrfach Schutzzäune überwinden oder Menschen zu nahe kommen.

Die Tonlage im Umweltministerium hat sich überraschend geändert. Nach den Vorstellungen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze soll ein Wolf künftig bereits geschossen werden dürfen, wenn er "ernste landwirtschaftliche Schäden" verursacht. Dies soll auch für Hobbyschäfereien gelten. Vorgesehen ist außerdem ein Fütterungsverbot für Wölfe, um die Gewöhnung des Beutegreifers an Menschen zu verhindern. "Damit schaffe ich für die Schafhalter Rechtsklarheit und mache deutlich, dass auch Hobbyschäfer entschädigt werden können", erklärte Schulze. Die Klarstellung sollte so schnell wie möglich umgesetzt werden. Er fehle nur noch die Zustimmung der CDU, so Schulze gegenüber der "Bild am Sonntag".

Die Reaktionen aus der Landespolitik und Verbänden auf den Vorstoß von Schulze fielen eher verhalten aus. Aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) kann das Wolfsmanagement nicht bei der Entnahme auffälliger Beutegreifer stehen bleiben. "Wenn wir die Weidetierhaltung in Deutschland erhalten wollen, brauchen wir auch eine nationale numerische Grenze für den Wolf, die auf die Regionen heruntergebrochen und dort eingehalten wird", fordert der stellvertretende DBV-Generalsekretär Udo Hemmerling. Dafür muss laut Hemmerling der vorhandene Spielraum des europäischen Naturschutzrechts auch in Deutschland ausgeschöpft werden, so wie es bereits in Frankreich und Schweden praktiziert werde. Notwendig sei auch die Festlegung von Gebieten, in denen aufgrund der Besiedelung, des Tourismus oder zur Sicherung der Weidetierhaltung die Ansiedelung von Wölfen auf Dauer verhindert werden müsse, betonte Hemmerling.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) unterstützt den Ansatz von Schulze und pocht darauf, dass die Entnahme von Problemtieren nach wie vor eine Einzelfallentscheidung bleiben müsse.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 10/2019 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

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