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Vorige Woche demonstrierten Landwirte in den Niederlanden. Hunderte Schlepper legten die Autobahnen im Land auf dem Weg in die Hauptstadt Den Haag lahm. Foto: pixabay

Die Bewegung "Land schafft Verbindung - wir rufen zu Tisch" hat zu Kundgebungen aufgerufen. Seit Anfang Oktober organisieren sich Landwirtegruppen über die Sozialen Medien und planen Kundgebungen im ganzen Land.

Der Unmut über das jüngste Agrarpaket der Bundesregierung könnte das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Bundesweit organisieren sich Landwirte, weil sie durch die derzeitige Umwelt- und Landwirtschaftspolitik die Wirtschaftskraft und den sozialen Frieden im ländlichen Raum gefährdet sehen. Innerhalb weniger Tage nach Gründung haben sich auf Facebook schon mehr als 10.000 Menschen in der Gruppe "Land schafft Verbindung" angeschlossen.

Die Gruppe plant eine Zentralveranstaltung am 22. Oktober in Bonn. Auch an anderen Orten Deutschlands würden sich Bauern mit Treckern auf den Weg machen, um in den Städen für ihre Anliegen zu demonstrieren, heißt es in einer Pressemeldung. So sei auch eine Demonstration auf dem Berliner Ring um die Hauptstadt im Gespräch, war zu hören. Das Motto "Wir rufen zu Tisch" ist Programm. "Wir wollen miteinander reden statt übereinander", heißt es in der Meldung. Die Gruppe fordert Verhandlungen zwischen Landwirten, den Bundesministerinnen Julia Klöckner (CDU) und Svenja Schulze (SPD) sowie den führenden NGO.

Vorbild ist die Großdemonstration niederländischer Bauern in der vorigen Woche in Den Haag und auf den Autobahnen des Landes. Mehr als 2.000 Bauern mit Treckern hatten ein Verkehrschaos ausgelöst und Staus von mehr als 1.000 km Länge verursacht.

An der deutsch-französischen Grenze blockierten am Dienstag ebenfalls Hunderte Traktoren die Autobahnen rund um Straßburg sowie in anderen Landesteilen. Die Franzosen beklagen neben der Flut an Reglementierungen das Agribashing. Damit sind pauschale Angriffe auf den Berufsstand gemeint. Auch die Franzosen wollen am 22. Oktober in Straßburg demonstrieren. Landwirte aus dem Rheinland wollen im Rahmen einer bereits länger geplanten Kundgebung schon am 14. Oktober vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium in Bonn ihr Unverständnis über das Vorhaben des Agrarpakets zum Ausdruck bringen.

Mitorganisator in Schleswig-Holstein ist Thomas Andresen, Milchviehhalter aus Sillerup und Agrarblogger. Er rechnet mit 10.000 Teilnehmern in Bonn und 1.000 Traktoren. Interessierten rät er, sich den bestehenden WhatsApp-Gruppen anzuschließen, um direkte Informationen zu erhalten.

Die Verantwortung sei den Organisatoren bewusst, sagt er, deshalb habe er in einer Videobotschaft zur Teilnahme und einem unbedingt friedlichen Verlauf der Demonstration aufgerufen: "Wir wollen laut sein, wir wollen Aufmerksamkeit erreichen, wir wollen in den Nachrichten vorkommen, wir wollen Trecker auf den Straßen sehen und wir wollen Druck aufbauen." Er warnt eindringlich davor, das Bild der Bauern in der Öffentlichkeit zu beschädigen: "Was wir nicht wollen, sind brennende Strohballen und brennende Reifen oder Gülle vor irgendwelchen Verwaltungsgebäuden."

Kundgebung

Die Bewegung "Land schafft Verbindung – wir rufen zu Tisch" hat zu bundesweiten Kundgebungen aufgerufen. Die Zentralveranstaltung wird am Dienstag, 22. Oktober um 11 Uhr in Bonn auf dem Münsterplatz stattfinden. In Schleswig-Holstein findet die regionale Kundgebung ebenfalls am 22. Oktober um 11 Uhr in Rendsburg auf dem Willy-Brandt-Platz vor der Nordmarkhalle statt. Die Organisatoren bitten die Teilnehmer, sich über die regionalen WhatsApp-Gruppen und Social Media zu informieren. Informationen über Sammelplätze und Fahrtrouten werden im Laufe der kommenden Woche bekannt gegeben.

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