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Beim Seleggt-Verfahren wird am neunten Bruttag in die Schale des Bruteies ein höchstens 0,3 mm kleines Loch gebrannt. Foto: seleggt

Einen Durchbruch bei der angestrebten Beendigung des Tötens männlicher Küken hat das Bundeslandwirtschaftsministerium vermeldet. Mit dem von der Rewe-Tochter Seleggt und der Universität Leipzig entwickelten Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Brutei werde Deutschland zum "Vorreiter und Treiber" beim Tierwohl in Europa, sagte Ressortchefin Julia Klöckner (CDU) am vorigen Donnerstag in Berlin.

Sie räumte zugleich ein, dass zwar die Marktreife, nicht jedoch die Serienreife des neu entwickelten Verfahrens für eine nichtinvasive Geschlechtsbestimmung im Ei erreicht sei. Sobald allen Brütereien die Methode zur Verfügung stehe, gebe es aber keine Rechtfertigung mehr für das Kükentöten, so Klöckner.

Für die hiesigen Brütereien bietet das Verfahren der Ministerin zufolge eine Chance im Wettbewerb. Den Unternehmen werde ermöglicht, weiterhin in Deutschland zu produzieren und gleichzeitig mehr für das Tierwohl zu tun. Ihr Haus habe die Entwicklung von Verfahren zur Geschlechtsbestimmung beim Ei bislang mit 5 Mio. € gefördert. Unabhängig davon will Klöckner auch das Zweinutzungshuhn weiter fördern. Die Züchtung brauche aber noch Zeit.

Seleggt-Geschäftsführer Dr. Ludger Breloh kündigte an, den Brütereien die Geschlechtsbestimmung als Dienstleistung kostenneutral zur Verfügung stellen zu wollen. Für die Refinanzierung werde man eine Lizenzgebühr vom Endverkäufer einfordern. Für den Verbraucher sei mit einem Zuschlag für entsprechend gekennzeichnete Eier zu rechnen. Breloh bezifferte die Kosten für die Geschlechtsbestimmung auf rund 1 ct pro Stück.

Die Rewe Group bietet nach den Worten ihres stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Jan Kunath diese Eier seit voriger Woche in ihren Rewe- und Penny-Märkten in Berlin an. Im Laufe des nächsten Jahres soll das Angebot nach und nach auf Märkte in ganz Deutschland ausgedehnt werden.

Ab 2020 soll auch ersten Brütereien das patentrechtlich geschützte Verfahren zur Nutzung angeboten werden. Breloh zeigte sich optimistisch, dass die Kapazitäten ausreichten, um den täglichen Bedarf an Bruteiern sukzessive in den nächsten Jahren abdecken zu können.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 46/2018 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

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