Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Dietrich Pritschau sieht für seinen Betrieb in der Immunokastration die beste Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration. Foto: Dr. Robert Quakernack

"Kein Landwirt hat Freude daran, Ferkel zu kastrieren", ist Dietrich Pritschau aus Westerrade, Kreis Segeberg, überzeugt. Der Schweinehalter und Vizepräsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH) verzichtet seit Januar bei seinen Tieren auf den Eingriff und will stattdessen gegen Ebergeruch impfen. Das ist nicht ohne Risiko. Denn ob sich Ware aus dem als Immunokastration bezeichneten Verfahren verarbeiten und vermarkten lässt, ist derzeit vollkommen ungeklärt. Das Bauernblatt wird regelmäßig über den Verlauf von Pritschaus Initiative berichten.

Fest steht, dass die betäubungslose Ferkelkastration ab Januar 2021 endgültig in Deutschland verboten wird. Praxisfähige Lösungen müssen innerhalb von zwei Jahren in der Breite umgesetzt sein. Die derzeit diskutierten Alternativen besitzen verschiedene Vor- und Nachteile und stehen aus Sicht der Bundesregierung derzeit "gleichwertig nebeneinander".

Auf Pritschaus Betrieb wurden die männlichen Ferkel bislang am dritten Lebenstag kastriert, unter Analgesie mit Meloxicam. Bezüglich des zukünftigen Umgangs mit der Kastration kommen er und die im Betrieb tätigen Familienmitglieder nach "intensiver Auseinandersetzung" mit dem Thema für die eigene Produktion mit Sauenhaltung und Schweinemast zu klaren Ergebnissen:

Die Ebermast stelle für den eigenen Betrieb keine Lösung dar. Zum einen sei der Markt für Eber weitgehend gesättigt. Zum anderen setze der Betrieb erfolgreich Duroc-Eber als Vaterlinie der Mastferkel ein. Diese Kreuzung sei für eine Ebermast schlecht geeignet.

Eine Vollnarkose unter Azaperon und Ketamin sei schon deshalb nicht umsetzbar, weil die Hoftierärzte mit ihrer jetzigen Personalausstattung dies nicht ausreichend unterstützen könnten.

Eine Vollnarkose durch Inhalation von zum Beispiel Isofluran sei auch nur durch Tierärzte zugelassen und stehe damit vor derselben Herausforderung. Zudem sei die Technik noch nicht ausgereift. Dieser Weg könne aber nach der Anwendungszulassung für den Landwirt und nach technischen Verbesserungen als anwendersicheres Verfahren eine Lösung darstellen.

Die Lokalanästhesie habe noch einen weiten Forschungs- und Zulassungsweg vor sich, der in den nächsten zwei Jahren nicht zu schaffen sei.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 1/2019 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

 

 

nach oben

Hinweis zur Nutzung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.