Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Der Dürresommer setzte viele landwirtschaftliche Betriebe unter Druck. Foto: landpixel

Das zurückliegende Jahr wird besonders durch die extremen Witterungsverhältnisse in Erinnerung bleiben. Die Folgen des Klimawandels für die Landwirtschaft sind wahrnehmbarer geworden. Die extreme Trockenheit vor allem im Norden und Osten Deutschlands ließ nur eine geringere Getreide- und Futterernte zu - mit den entsprechenden negativen Folgen vor allem für die Vieh haltenden Betriebe. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat jetzt seinen Situationsbericht 2018/19 vorgelegt. Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied erwartet, dass der Aufwärtstrend, der 2017/18 noch anhielt, im laufenden Wirtschaftsjahr ein Ende findet und sich deutlich abschwächt.

Der seit 2016 zu beobachtende Anstieg der landwirtschaftlichen Einkommen hat sich im Wirtschaftsjahr 2017/18 fortgesetzt. Die Unternehmensergebnisse der Haupt­erwerbsbetriebe haben sich im Durchschnitt um etwa ein Fünftel auf 65.200 € je Betrieb verbessert.

Insbesondere die Milchviehbetriebe verzeichneten eine positive Entwicklung. Sie erzielten mit 90.522 € den Spitzenwert aller Betriebsformen. Während die Ackerbauern und Winzer ihre Ergebnisse in etwa halten konnten, mussten jedoch die Schweinehalter Einbußen hinnehmen.

DBV-Präsident Joachim Rukwied bezeichnete die aktuelle Situation als "schwierig und herausfordernd", wenngleich es innerhalb des Bundesgebiets große Unterschiede gebe. Zwar seien die Erzeugerpreise in einigen Produktbereichen stabil. Die Minder­erträge infolge der Dürre ließen sich dadurch jedoch oftmals nicht ausgleichen. Hinzu kämen steigende Kosten für Betriebsmittel und Dienstleistungen. Rukwied nannte das Bund-Länder-Dürreprogramm "absolut notwendig", mahnte aber staatliche Unterstützung für längerfristige Maßnahmen zum besseren Risikomanagement an.

Intensive Diskussionen

Mit Nachdruck forderte der DBV-Präsident erneut die Einführung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage in der Landwirtschaft. Auch über Risikoversicherungen, beispielsweise für Sonderkulturbetriebe, müsse nachgedacht werden. Voraussetzung dafür sei allerdings ein ermäßigter Steuersatz, wie er auch für die Absicherung von Schäden etwa durch Hagel gelte. Trotz der hohen Zahl von bundesweit etwa 8.000 Anträgen auf Dürrehilfen, davon allein die Hälfte in Niedersachsen, hielt Rukwied an seiner Kritik an der bürokratischen Ausgestaltung der Anträge fest. Weder die Festlegung einer Prosperitätsklausel noch die geforderte Offenlegung der privaten Vermögensverhältnisse wären aus seiner Sicht notwendig gewesen. "Wir hätten uns pragmatischere Vorgaben gewünscht", so der DBV-Präsident.

Nicht gelten lassen wollte er den nach den Auseinandersetzungen um die Kriterien für die Beantragung der Dürrehilfen entstandenen Eindruck, das Verhältnis zwischen Bauernverband und Bundeslandwirtschaftsministerium habe sich generell verschlechtert. Allerdings sei man auch zu anderen Themen mit dem Ressort "in intensiven Diskussionen", räumte Rukwied ein.

Tierhaltung unter Druck

Besorgt zeige sich der Bauernpräsident über die Entwicklung der Tierhaltung in Deutschland. Während sich der Strukturwandel in den vergangenen zehn Jahren mit einer jährlichen Abnahmerate von durchschnittlich 1,7 % offenbar etwas verlangsamt habe, seien Vieh haltende Betriebe deutlich stärker betroffen. Rukwied verwies auf den massiven Rückgang der Sauenhalter, von denen seit 2010 jeder zweite aufgegeben habe. Mit dem künftigen Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration sowie der geforderten Neuregelung der Haltung in Kastenständen kämen weitere Herausforderungen auf die Ferkelerzeuger zu.

Wie aus dem Situationsbericht hervorgeht, ist die Zahl der Betriebe, die viehlos wirtschaften, in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Lag deren Anteil 2010 erst bei knapp 28 %, war es zuletzt ein Drittel der Betriebe, in denen keine Tiere gehalten wurden. Weiter nach oben hat sich die Wachstumsschwelle verschoben, unterhalb derer die Zahl der Betriebe ab- und oberhalb derer sie zunimmt. Diese Schwelle liegt mittlerweile bei rund 100 ha.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 51/2018 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben

Hinweis zur Nutzung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.