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Für die Bodenzustandserhebung wurden von 2011 bis 2018 von mehr als 3.100 Standorten in Deutschland mehr als 120.000 Bodenproben analysiert. Foto: Mathias Dinter

In den landwirtschaftlich genutzten Böden Deutschlands ist mehr Kohlenstoff gespeichert, als bisher angenommen wurde. Das geht aus der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft (BZE-LW) hervor, die von Wissenschaftlern des Thünen-Instituts (TI) erstellt wurde. Prof. Heinz Flessa, Direktor des Thünen-Instituts (TI) für Agrarklimaschutz, hat den Bericht in Berlin an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) übergeben. Erstmals liegt damit eine bundesweite Inventur der organischen Kohlenstoffvorräte in landwirtschaftlich genutzten Böden vor. Die Autoren beziffern die Vorräte auf insgesamt mehr als 2 Mrd. t Kohlenstoff.

Die erste Bodenzustandserhebung Landwirtschaft (BZE-LW), die vom Thünen- Institut für Agrarklimaschutz durchgeführt wurde, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Auftrag gegeben, um eine bundesweit konsistente und vergleichbare Datenbasis bezüglich des Kohlenstoffvorrates in den landwirtschaftlich genutzten Böden Deutschlands zu erhalten. Die BZE-LW dient in erster Linie der Absicherung, Verbesserung und Weiterentwicklung der Treibhausgas-Emissionsberichterstattung der Bundesrepublik Deutschland in den Bereichen Landnutzung und Landnutzungsänderungen. Die Ergebnisse fließen direkt in die Treibhausgasemissionsberichterstattung Deutschlands ein und bilden eine transparente Ausgangsbasis für den Nachweis von Veränderungen des Kohlenstoffvorrates in landwirtschaftlich genutzten Böden.

Eine zentrale Voraussetzung für die Bewertung der klimawirksamen Veränderungen des Kohlenstoffvorrates in Böden sind die Kenntnis über die aktuelle Höhe sowie das Verständnis darüber, wie dieser Vorrat durch Klima-, Boden- und Nutzungsfaktoren beeinflusst wird.

Neben der Erfassung des Kohlenstoffvorrates in landwirtschaftlich genutzten Böden auf der Skalenebene Deutschlands sollte daher bewertet werden, welche Standort- und Nutzungsfaktoren diesen beeinflussen. Ein weiteres Ziel war die modellgestützte Bewertung, ob bei der aktuellen Bodenbewirtschaftung Veränderungen des Kohlenstoffvorrates in landwirtschaftlich genutzten Böden zu erwarten sind. Mit dieser ersten bundesweiten BZE-LW wird auch die methodische und strukturelle Basis für eine regelmäßige Wiederholungsinventur geschaffen werden. Für spezifische Fragen zur Wirkung der landwirtschaftlichen Bodennutzung auf den Kohlenstoffvorrat im Boden wurden parallel zur BZE-LW Untersuchungen an gezielt ausgewählten Dauer- und Exaktversuchen sowie an Praxisflächen durchgeführt.

Mit dem Bodenzustandsbericht Landwirtschaft liegt erstmals eine bundesweite Inventur der organischen Kohlenstoffvorräte in landwirtschaftlich genutzten Böden vor. Deutschland gehöre zu den fruchtbarsten Agrarregionen weltweit, betonte Klöckner anlässlich der Vorlage des Berichts. Um die hohe Fruchtbarkeit zu erhalten, müsse man die Böden nachhaltig bewirtschaften. Die Ministerin verwies auch auf die große Bedeutung des Agrarbodens für den Klimaschutz und für die Klimaanpassung. Es gelte, die besondere Rolle der Land- und Forstwirtschaft stärker nutzen, Kohlenstoff zu speichern und damit als natürliche Treibhausgassenke zu fungieren.

Flessa mahnte einen umsichtigen Umgang mit dem Boden an. Die großen Mengen an gespeichertem Kohlenstoff könnten die Böden unter bestimmten Bedingungen auch wieder abgeben; solche Veränderungen des Kohlenstoffgehalts seien klimarelevant. Der TI-Direktor warnte außerdem vor pauschalen Aussagen zum Zustand des Bodens in Deutschland und sprach sich für eine regional differenzierte Betrachtung aus. Der Abschlussbericht soll eine weitere Grundlage für die Ackerbaustrategie bilden, die Klöckner für Herbst 2019 angekündigt hat. Beabsichtigt ist, die Inventur in zehn Jahren zu wiederholen, um so Veränderungen des Bodenzustandes zu erkennen.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 50/2018 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

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