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BVSH-Pressesprecherin Dr. Kirsten Hess, Ludwig Hirschberg und Werner Schwarz (v. li.) unterstrichen die Bereitschaft der Landwirte, sich über den gesetzlichen Standard hinaus zu engagieren. Foto: Dr. Robert Quakernack

Die Gesellschaft steht der klassischen Landwirtschaft zunehmend kritisch gegenüber. Etablierte Produktionssysteme werden verstärkt hinterfragt. Um die eigene Dialog­bereitschaft und Innovationswillen zu demonstrieren, veröffentlichte der Bauernverband Schleswig-Holstein (BVSH) im März 2017 sein Leitbild "Veränderung gestalten in der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft". Dieses Leitbild wurde mittlerweile für den Bereich Ackerbau konkretisiert und am 18. Juli im Rahmen der Landespressekonferenz in Kiel vorgestellt.

BVSH-Präsident Werner Schwarz wandte sich direkt an die rund 20 anwesenden Journalisten: "Bereits vor zwei Jahren haben Sie gefragt, wann unser Papier konkreter wird". Dieser Zeitraum sei jedoch notwendig gewesen, da eine solche Selbstverpflichtung auch auf Kreis- und Bezirksebene diskutiert werden müsse.

"Wir wollen mit unserem Leitbild alle Betriebe in Schleswig-Holstein erreichen", betonte Ludwig Hirschberg, der als Vorsitzender des BVSH-Ausschusses für Getreide und andere Ackererzeugnisse maßgeblich an der Ausarbeitung des vorgestellten Papiers "Veränderung gestalten im Ackerbau" beteiligt war. Der gesetzliche Standard stelle aus Sicht des Verbandes nur die Minimalanforderung dar. In Teilen wolle man aber darüber hinausgehen.

Hirschberg erläuterte, dass mit der Novellierung der Düngeverordnung 2017 der Einsatz von Wirtschaftsdüngern gegenüber Mineraldüngern benachteiligt worden sei. Dabei gelte es, vermehrt Gülle und Gärreste aus viehdichten Regionen in Ackerbaugebieten zu verbringen und effizient einzusetzen. "Es geht immer um die Versorgung von Pflanzen mit Nährstoffen und nicht um die Entsorgung von Wirtschaftsdünger", stellte der Ackerbauer klar.

Aus seiner Sicht ist die "dramatische Entwicklung" im Pflanzenschutz noch gar nicht in der Öffentlichkeit angekommen. Trotz des ohnehin massiven Wegfalls von Wirkstoffen setzte Deutschland innerhalb der EU mit zusätzlichen Verboten "noch einen drauf". Trotzdem wolle die Landwirtschaft ihren Teil beisteuern, um im Bereich Pflanzenschutz und Fruchtfolgen besser zu werden, die Bodenfruchtbarkeit und Düngung weiter zu optimieren und die biologische Vielfalt und Landschaftsqualität zu erhalten oder auszuweiten.

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