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Flächen auf dem Geestrücken waren von der Dürre besonders betroffen. Foto: Mechthilde Becker-Weigel

Hohe Nachfrage nach Dürrehilfen in Schleswig-Holstein: Insgesamt haben 1.075 Landwirte bis zum Ende der Frist (14. Dezember) einen Antrag beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) gestellt. "Die Dürre hat Schleswig-Holstein in diesem Jahr in besonderem Maße getroffen. Viele Landwirte haben große Sorgen und Existenzängste. Das merken wir auch an der hohen Anzahl von Dürrehilfeanträgen, die uns erreicht haben", sagte Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) und ergänzte: "Um schnelle Hilfe zu bieten, haben wir eigens ein neues Onlineverfahren entwickelt. Das hat sich gut bewährt."

Darüber hinaus hatte das Kieler Landwirtschaftsministerium (Melund) nach Unklarheiten bezüglich des Anteils von gewerblichem im Vergleich zum landwirtschaftlichen Einkommen auf den Betrieben die Antragsfrist um weitere 14 Tage auf den 14. Dezember verlängert. Bereits in den kommenden Tagen werden laut Melund die ersten Zahlungen an diejenigen Landwirte überwiesen, die einen Abschlag beantragt haben. "Auf diese Weise können wir eine schnelle und möglichst unbürokratische Nothilfe sicherstellen", sagte Albrecht.

Gemäß der Bund-Länder-Vereinbarung zur Dürrehilfe können höchstens 50 % des betrieblichen Dürreschadens ersetzt werden. Von diesen 50 % können wiederum bis zu 70 % als Abschlag noch in diesem Jahr ausgezahlt werden. Voraussetzungen für die Dürrehilfe sind ein hoher Naturalschaden, also ein hoher Ernteschaden, und der Nachweis, dass der Betrieb durch die Dürre in Existenznot geraten ist.

Insgesamt haben 161 Betriebe einen Antrag auf eine vorzeitige Abschlagszahlung gestellt – 125 Anträge wurden vom LLUR bewilligt. Das entspricht einer Hilfesumme von 2,99 Mio. €. Die Bewilligungsbescheide für die Abschlagszahlungen werden noch in den kommenden Tagen versandt. Der überwiegende Teil derjenigen Antragsteller, die keine Bewilligung für einen Abschlag bekommen haben, bleibt aber zur Klärung der noch offenen Fragen weiterhin im Verfahren. In Schleswig-Holstein sind insgesamt rund 140.000 ha der Landesfläche von Dürreschäden betroffen. Der Schwerpunkt der Antragstellung liegt im südlichen Teil des ­Geestrückens, während der nordöstliche Teil des Landes im Kreis Schleswig-Flensburg am wenigsten vom Dürresommer berührt war.

Grundsätzlich liegt die Zahl der Anträge deutlich über den Erwartungen des Berufsstandes, der mit Blick auf die Anforderungen des Bund-Länder-Programmes damit gerechnet hatte, dass es nur wenige Anträge geben würde. Nach einer ersten Durchsicht der eingegangenen Anträge sind in Schleswig-Holstein rund 68 Mio. € an Dürreschäden von den Landwirten angemeldet worden.

Zur Feststellung der wirklich anrechenbaren Schäden, die dann zur Hälfte erstattet werden, braucht es aber noch eine vertiefte Prüfung des Landesamtes. "Da im Rahmen der Dürrehilfe höchsten 50 % des Schadens ersetzt werden können, gehen wir nach heutigem Stand davon aus, dass das vom Bund und Land eingeplante Budget von jeweils 10 Mio. € – insgesamt also 20 Mio. € – überschritten wird. Wir stehen bereits in engem Austausch mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium und unserem Finanzministerium, um über das weitere Vorgehen zu beraten", so Albrecht.

Im LLUR werden bereits einige der Ausschlusskriterien nach Bund-Länder-Vereinbarung geprüft (zum Beispiel Prosperitätsgrenze, Naturalertrag, Vollständigkeit, Fristen). Betriebe, die unter diese Ausschlusskriterien fallen, erhalten im Frühjahr 2019 eine Nachricht.

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